Nach "Gestammel" in Maischberger-Talkshow

Rückendeckung für Habeck: Wirtschaftsexperte gibt Wirtschaftsminister recht

Bundeswirtschaftsminister Habeck in der Kritik Nach Talkshow-Auftritt
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Nach Talkshow-Auftritt
Bundeswirtschaftsminister Habeck in der Kritik

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Robert Habeck bekommt nach seiner umstrittenen Insolvenz-Aussage Rückendeckung. Der Ökonom und Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher, sprang dem Wirtschaftsminister bei: „Ich verstehe die Kritik an den Aussagen von Wirtschaftsminister Habeck zu Insolvenzen nicht, denn sie sind zutreffend“, sagte der Experte.

Habeck mit Vorwurf der Ahnungslosigkeit konfrontiert

Habeck hatte am Dienstagabend in der ARD-Sendung „Maischberger“ auf die Frage, ob er mit einer Insolvenzwelle am Ende dieses Winters rechne, geantwortet: „Nein, das tue ich nicht. Ich kann mir vorstellen, dass bestimmte Branchen einfach erstmal aufhören, zu produzieren.“ Als Beispiel nannte Habeck Blumenläden, Bioläden und Bäckereien, weil sie „darauf angewiesen sind, dass die Menschen Geld ausgeben“. „Dann sind die nicht insolvent automatisch, aber sie hören vielleicht auf zu verkaufen“, so Habeck. Das hatte ihm den Vorwurf eingebracht, sich nicht im Insolvenzrecht auszukennen.

Marcel Fratzscher
Marcel Fratzscher, der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung,
deutsche presse agentur

Wirtschaftsexperte springt Habeck bei

Fratzscher nannte zwei Beispiele, bei denen Unternehmen nicht produzieren können, ohne zwingend insolvent zu werden. „Manche Hotels werden im Winter schließen müssen, weil Kunden ausbleiben (viele Menschen werden weniger reisen, da sie höhere Kosten für ihre Grundversorgung haben) und die Kosten massiv steigen (Beispiel Energie). Temporäre Schließungen sind in der Branche nicht ungewöhnlich“, schrieb er.

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Und: „Wenn es zu einer Gasknappheit kommt, dann werden eine Reihe von energieintensiven Unternehmen gezwungen werden, ihre Produktion einzustellen. Dies wird der Staat nur machen können, wenn er die Unternehmen ausreichend kompensiert, so dass diese in Zukunft wieder öffnen können.“

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Fratzscher: Fehler, dass Habeck nicht über Maßnahmen gesprochen hat

Was Habeck gesagt habe, sei daher richtig. „Man könnte lediglich kritisieren, dass er nicht über die staatlichen Maßnahmen gesprochen hat, die in solchen Fällen greifen. Aber es ist bei dieser gegenwärtigen Unsicherheit eher klug, dies nicht zu tun“, schrieb Fratzscher. (dpa/eon)