Fünf Kinder kamen nach ihrem 50. Geburtstag zur Welt

Alexandra Hildebrandt aus Berlin erwartet mit 61 Jahren ihr achtes Kind

06. Juni 2020 - 9:32 Uhr

Im Video: So denkt die 61-Jährige über den Altersunterschied zwischen Mutter und Kind

Mit über 60 Jahren sind viele Frauen bereits Oma. Bei Alexandra Hildebrandt ist das anders: Die 61-Jährige ist im achten Monat schwanger und erwartet ihr achtes Kind. Fünf ihrer bereits geborenen Kinder brachte sie nach ihrem 50. Lebensjahr zur Welt - eine Seltenheit. Und trotzdem ist die Chefin des Mauermuseums am Checkpoint Charlie in Berlin noch fit und arbeitet sogar wenige Wochen vor ihrer Entbindung noch. Wie Alexandra über den großen Altersunterschied zwischen Mutter und Kind denkt, verrät sie im Video.

"Es ist nicht ungewöhnlich, in dem Alter schwanger zu werden"

Alexandra Hildebrandt versteht die Aufruhr um ihre Schwangerschaft nicht: "Was ist daran unnormal, wenn eine Frau schwanger ist? Ich finde, wir leben in einer anderen Zeit und es ist nicht ungewöhnlich, in dem Alter schwanger zu werden. Es ist ein Privileg, Mutter zu werden, ganz unabhängig vom Lebensalter. Ich fühle mich manchmal wie im Zoo, wenn ich interviewt werde."

Bis zu welchem Alter kann eine Frau schwanger werden?

Eine natürliche Schwangerschaft ist möglich, bis die Menopause eintritt. Durchschnittlich sind Frauen ab dem 50. Lebensjahr nicht mehr fruchtbar. Bei manchen Frauen treten die Wechseljahre schon vor dem 40. Lebensjahr ein, anderen Frauen - wie Alexandra - können auch mit über 60 noch auf natürliche Weise schwanger werden. Von einer Risikoschwangerschaft spricht man bei werdenden Müttern ab 35 oder ab 40 bei dem zweiten bzw. dritten Kind. Fortgeschrittenes Alter ist ein Faktor dafür, besonders auf bestimmte Blutwerte und Befunde während der Schwangerschaft zu achten.

Welche Risiken birgt eine Schwangerschaft in fortgeschrittenem Alter?

Laut Gynäkologe Dr. Kai Hertwig ist die Betreuung einer Schwangerschaft in solch einem hohen Alter eine Herausforderung: "Das größte Risiko für Kinder besteht in der Frühgeburtlichkeit. Da versuchen wir, alles daran zu setzen, die so weit wie möglich zu verhindern und so weit wie möglich in die höheren Schwangerschaftswochen zu schieben." Bei der schwangeren Frau könne das Herz-Kreislauf-System in Mitleidenschaft gezogen werden, was sich auf Nieren, Leber, Herz und den gesamten Organismus auswirken könne. Auch die Thromboserate sei bei älteren Frauen deutlich höher.

Was macht es eigentlich mit der Kinderpsyche, so eine "alte" Mutter zu haben? Was die Jugendpsychotherapeutin Sabine Werner-Kopsch dazu sagt, lesen Sie hier.