Verlobter in Regensburg vor Gericht

Prozessbeginn im Mordfall Maria Baumer: Angeklagter schweigt

Maria Baumer wurde mit 26 Jahren ermordet.
Maria Baumer wurde mit 26 Jahren ermordet.
© Mittelbayerische/Andrea Rieder

21. Juli 2020 - 17:09 Uhr

Acht Jahr nach Tod von Maria Baumer: „Für die Familie ist das heute ein ganz wichtiger Tag"

Es war ein aufsehenerregendes Verbrechen und nur modernen Ermittlungsmethoden ist es zu verdanken, dass der mutmaßliche Täter Christian F. überführt werden konnte. Acht Jahre nach dem gewaltsamen Tod von Maria Baumer hat vor dem Landgericht Regensburg der Prozess gegen den Verlobten der Frau begonnen. Die Staatsanwaltschaft legt ihm Mord zur Last. Der 35-Jährige soll "heimtückisch" und "aus niederen Beweggründen" gehandelt haben

RTL-Reporterin: Angeklagter wirkte teilnahmslos

ARCHIV - 08.09.2013, Bayern, Regensburg: Mit Flatterband hat die Polizei den Fundort einer Frauenleiche absgesperrt. Ein Pilzsucher hatte dort die sterblichen Überreste der vermissten Maria Bauer gefunden. Die Staatsanwaltschaft hat am 03.03.2020 Ank
An dieser Stelle hatte ein Pilzsucher die sterblichen Überreste der vermissten Maria Bauer gefunden. (Archivfoto vom 08.09.3013)
© dpa, Alexander Auer, sja

RTL-Reporterin Christina Lachnit sagte nach dem Prozessauftakt, der lediglich eine Viertelstunde dauerte: "Der Angeklagte wollte sich nicht äußern. Die gesamte Familie von Maria war im Gerichtssaal und während sie Christian F. regelrecht mit Blicken fixiert haben, hat er nur teilnahmslos gewirkt."

Ricarda Lang, die Anwältin der Familie Baumer, sagte: "Für die Familie ist das heute ein ganz wichtiger Tag. Dass das Verfahren wieder aufgenommen wurde hat nichts mit der Arbeit der Staatsanwaltschaft zu tun, sondern mit der Initiative der Eltern und er Kripo."

Der Mann war bereits 2013 ins Visier der Ermittler geraten, aber zunächst wieder freigekommen. Erst Ende 2019 wurde er erneut festgenommen.

Laut Anklage hatte der Mann seiner Verlobten Marie Baumer im Mai 2012 zunächst ein Beruhigungsmittel verabreicht und anschließend eine Überdosis eines weiteren Medikamentes. Dadurch sei es - mit hoher Wahrscheinlichkeit - zum Atemstillstand gekommen.

65 Zeugen und 18 Sachverständige sollen gehört werden.

Angeklagter Verlobter im Fall Maria Baumer.
Angeklagter Verlobter im Fall Maria Baumer (mitte).
© Christian Eckl

Daraufhin soll er die bewusstlose Frau beziehungsweise ihre Leiche in einem Wald in eine Grube gelegt und mit chemischen Mitteln bestreut haben, so dass sich die Gewebeteile verflüssigten.

Er meldete Marie Baumer als vermisst. Im Spätsommer 2013 entdeckten Pilzsammler ihr Skelett. Neue technische Möglichkeiten brachten die Ermittler Ende 2019 erneut auf die Spur des damaligen Verlobten. So konnten an Kleidung und Haaren der Frau Medikamente nachgewiesen werden. Außerdem soll der nun Angeklagte kurz vor dem Verschwinden der Frau im Internet nach "der perfekte Mord" gesucht haben.

Der Prozess ist zunächst bis Anfang Oktober terminiert. 65 Zeugen und 18 Sachverständige sollen gehört werden.