Bundeskartellamt gibt grünes Licht

Kaufland darf noch weitere 22 Real-Filialen übernehmen - das sind die Standorte

An diesen Standorten übernimmt Kaufland ehemalige Real-Filialen.
An diesen Standorten übernimmt Kaufland ehemalige Real-Filialen.
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24. August 2021 - 10:22 Uhr

Insgesamt 114 Real-Filialen wechseln zu Kaufland

Das Bundeskartellamt hat dem Großflächen-Discounter Kaufland grünes Licht für die Übernahme von 22 weiteren Real-Filialen geben. Durch die Übernahme sei "keine erhebliche Behinderung wirksamen Wettbewerbs in den betroffenen Markträumen" zu erwarten, teilte die Wettbewerbsbehörde am Freitag in Bonn mit. Damit hat Kaufland Zugriff auf insgesamt 114 Standorte von Real.

Russische Finanzinvestor SCP zerschlägt Handelskette Real

Bereits im Dezember hatte Kaufland von den Wettbewerbshütern die Erlaubnis für die Übernahme von bis zu 92 Real-Märkten erhalten. Kaufland gehört wie Lidl zur Schwarz-Gruppe. Zunächst hatte die "Lebensmittel Zeitung" über die Entscheidung des Kartellamts berichtet.

Der russische Finanzinvestor SCP hatte im vergangenen Jahr die gut 270 Real-Filialen von der Metro übernommen, um die Handelskette zu zerschlagen und weiterzuverkaufen. Die Zerschlagung gilt als wohl letzte große Chance für die etablierten, deutschen Handelsketten, ihr Filialnetz noch einmal kräftig zu erweitern. Immerhin hatte Real vor der Zerschlagung einen Umsatz von rund 7 Milliarden Euro gemacht.

Deutschlands größter Lebensmittelhändler Edeka erhielt bereits im Frühjahr die Genehmigung für die Übernahme von bis zu 51 Real-Filialen. Die Supermarktkette Globus bekam die Freigabe für den Erwerb von bis zu 24 Real-Standorten. Auch einige kleinere Ketten nutzten die Gelegenheit zur Expansion.

Diese 22 Real-Standorte gehen zusätzlich an Kaufland

Die jüngste Freigabe des Bundeskartellamts für Kaufland betrifft folgende Real-Filialen:

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Eine Gesamtliste der Real-Standorte, zu denen bereits eine Entscheidung vorliegt, finden Sie in diesem Artikel.

Edeka, Rewe, Aldi und Lidl/Kaufland haben über 85 Prozent Marktanteil

Der Hintergrund: Übernahmen im Lebensmittelhandel werden schon seit Jahren von den Wettbewerbshütern genau unter die Lupe genommen. Denn der Lebensmittelhandel in Deutschland ist schon heute hochkonzentriert. Der Marktanteil der "großen Vier" - Edeka, Rewe, Aldi und die Schwarz-Gruppe mit Lidl und Kaufland - liegt laut Kartellamt mittlerweile bei mehr als 85 Prozent. Unangefochtener Marktführer ist dabei Edeka mit rund 11.200 Lebensmittelmärkten und einem Umsatz von über 55 Milliarden Euro.

Sorgen macht den Wettbewerbshütern bei der Zerschlagung von Real nicht nur, dass es den Verbrauchern an Einkaufsalternativen in ihrer Region fehlen könnte. Auch die Einkaufsmacht der Handelsriesen gegenüber ihren Lieferanten treibt die Kartellwächter um. Traditionell wird bei den Preisverhandlungen zwischen Handel und Lebensmittelherstellern mit harten Bandagen gekämpft.

Um trotz der grundsätzlichen Bedenken der Kartellwächter grünes Licht von der Wettbewerbsbehörde zu erhalten, hat sich SCP verpflichtet, eine ganze Reihe von Real-Standorten an mittelständische Lebensmittelhändler zu veräußern. Damit alternative Absatzwege für die Hersteller erhalten bleiben.

Allerdings konnte nicht alle Real-Filialen veräußert und damit auch die Jobs gerettet werden. Insgesamt 28 Real-Standorte mussten schließen.(dpa/aze)