Stimmen zum Frankreich-GP

RB-Berater Marko: Schade, dass es immer wieder zu Fehlern bei Ferrari kommt

09.07.2022, Österreich, Spielberg: Motorsport: Formel-1-Weltmeisterschaft, Großer Preis von Österreich am Red Bull Ring, Vor dem Rennen: Helmut Marko, Red-Bull-Motorsportchef, kommt an der Rennstrecke an. Foto: Erwin Scheriau/APA/dpa +++ dpa-Bildfunk
Red-Bull-Berater Helmut Marko fand es schade, dass es nicht zu einem echten Duell um den Frankreich-Sieg gekommen ist
esc lvb bsc, dpa, Erwin Scheriau

Am Ende war es ein einfacher Sieg für Max Verstappen – nach dem Ausfall von WM-Rivale Charles Leclerc hatte der Red-Bull-Star freie Bahn . Der Niederländer holte sich den Sieg und baute sein WM-Führung aus. Dennoch war die Freude bei den Bullen nicht ungetrübt – vor allem wegen des verpassten Podiums durch Sergio Perez. Doch Red-Bull-Berater Helmut Marko haderte sogar mit dem neuerlichen Fauxpas von Konkurrent Ferrari. Die Stimmen zum Großen Preis von Frankreich.

Max Verstappen (Red Bull/Sieger)

„Wir hatten einen guten Start, ich konnte Druck auf Charles machen. Aber hier hinter einem anderen Auto hinterher zu fahren ist schwierig. Wir haben versucht dran zu bleiben, sind ein wenig früher in die Box gegangen. Das Auto war schnell heute. Das war unglücklich für Charles, ich hoffe, es geht ihm gut. Danach bin ich einfach mein Rennen gefahren, habe versucht, meine Reifen zu managen. Ein zweiter Stopp wäre nicht möglich gewesen.“

„Ich versuche immer die meisten möglichen Punkte einzufahren. Klar wenn man in so einem Zweikampf ist, muss mal vielleicht mal zurückziehen und auf seine zweite Chance warten. Heute war ein großartiger Tag für mich. Es liegt noch viel Arbeit vor uns und wir werden weitermachen mit der Arbeit.“

Lewis Hamilton (Mercedes/2.)

„Wie immer muss ich mich zunächst bei diesem Publikum bedanken, das ist das größte Publikum, dass wir je in Frankreich hatten. Es war ein hartes Rennen. Unser Ergebnis ist unglaublich, wenn man bedenkt, wie weit wir zurück waren das ganze Wochenende. Eine unglaubliche Leistung auch des Teams und der Mannschaften in unseren beiden Werken. Nach Budapest werden wir wieder ein Upgrade mitbringen und ich hoffe, dass wir wieder einen Schritt nach vorne machen.“

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George Russell (Mercedes/4.)

„Es war wirklich schweißtreibend heute. Unsere Pace war wirklich stark. Ich habe meine Chance ergriffen gegen Sergio Perez. Ich bin froh, Platz 3 eingefahren zu haben.“

Sergio Perez (Red Bull/4.)

„Es war ein schwieriger Nachmittag. Ich hätte wirklich auf dem Podium sein müssen. Ich weiß nicht, was passiert ist am Ende der Virtual-Safety-Car-Phase. Da wurde ich überrumpelt. Die Mercedes waren wirklich stark, vor allem gegen Ende des mittleren Stints und George (Russell, Anm. d. Red.) gegen Ende, als das virtuelle Safety Car zu Ende war. Er war schneller und ich eben langsamer. Ich hatte einfach einige Probleme mit der Traktion.“

Charles Leclerc (Ferrari/ausgeschieden)

„Ein Fehler, ein Fehler. Ich zeige die beste Leistung meiner Karriere, aber wenn ich weiter solche Fehler mache, ist es egal, wie ich performe. Das ist natürlich inakzeptabel. Wir müssen das in den Griff bekommen. Wir machen immer die gleiche Prozesse, versuchen das zu analysieren. Das Ausbrechen des Autos war ungewöhnlich, vielleicht gab es ein Problem. Aber es war auch Fehler von mir. Ich habe zu viel gepusht und habe das Heck verloren. Bei dieser Hitze war es schwierig mit der Balance des Autos.“

Helmut Marko (Motosportberater Red Bull)

„Das Überholen war wesentlich schwieriger und die Reifen haben besser gehalten als erwartet. Das haben wir falsch eingeschätzt. Es ist natürlich schade, dass es in so einem tollen Zweikampf immer wieder zu Fehler kommt. Aber die 25 Punkte sind gut für uns. Schade, dass Checo (Sergio Perez, Anm. d. Red.) geschlafen hat beim Restart. Der 3. Platz hätte unser Ergebnis abgerundet. Es reicht noch nicht, jetzt wollen wir auch in Budapest ganz vorne dabei sein. Es sind noch zehn Rennen, man muss schnell und zuverlässig sein.“

„Wir entwickeln laufend weiter, das ist die DNA von Red Bull Racing. Es kommen Updates bis weit in die zweite Saisonhälfte hinein. Die Details werden wir dann sehen. Auch bei uns wird es zu Motorenwechseln kommen. Wir werden uns dann eine Strecke aussuchen, wo das Überholen einfach sein wird.“

Toto Wolff (Teamchef Mercedes)

„Man schaut ja immer auf den Führenden und wenn der richtig Gas gibt, fährt er fünf, sechs Zehntel schneller als wir. Das gute war, dass wir Zweiter und Dritter geworden sind. Lewis (Hamilton, Anm. d. Red.,) ist ein starkes Rennen gefahren. Er ist auf einer Höhe mit der Spitze mitgefahren, auf einer Höhe mit einem Auto, das noch nicht auf der Höhe ist. Wir müssen noch bescheiden bleiben.

Zur Kollision zwischen Russell und Perez: „Eine absolute Rennsituation - er fährt rein, es war total fiftyfity. Wir haben versucht ihn wieder auf Bahn zu bringen, dass er nicht denkt, wie schlecht die Welt ist.“

Mattia Binotto (Teamchef Ferrari)

„Wir sind nicht am Boden, aber es ist natürlich enttäuschend, wenn man Zuverlässigkeitsprobleme hat und ausscheidet in so einem Rennen. Aber es gibt auch positive Punkte: Beide Fahrer haben gezeigt, dass sie sehr schnell unterwegs waren. Das Paket ist großartig, wir haben ein schnelles Auto und gute Fahrer. Jetzt müssen wir einfach nach vorne schauen. Ich habe schon gesagt, dass wir jetzt ein neues Ziel haben: Einen Doppelsieg in Budapest.“

„Was das Reifenmanagement angeht, da hatten wir alle Daten. Wir hatten keine Probleme, alles lief gut.“

Zur Strafe wegen Unsafe Release gegen Sainz: „Da kommt alles Schlechte zusammen. Da ist die falsche Entscheidung gefällt worden, das war ein Unsafe Release. Das werden wir uns anschauen und Schlüsse daraus ziehen.“

„Es ist noch nichts entschieden. Wir heben noch zehn Rennen vor uns, wir haben ein gutes Paket. Aber es ist jetzt natürlich schwieriger geworden.“

Sebastian Vettel (Aston Martin/11.)

„Ich glaube, wir haben nicht das Optimum erreicht. Die Strategie war vielleicht nicht der Golden Schuss.“

Zur Fast-Kollision mit Teamkollege Stroll in der letzten Kurve: „Alles ok. Er hat mich in der letzten Ecke überrascht, weil er im Scheitelpunkt auf die Bremse gestiegen ist.“

Mick Schumacher (Haas/15.)

„Das Wochenende war generell recht schwierig. Wir haben im Qualifying die eine oder andere Hürde gehabt. Der letzte Stint war nicht allzu schlecht, aber wir sind gegen Valtteri Bottas gefahren, der frischerer Reifen hatte. Wäre ich ein wenig weiter vorne gestanden am Start, wäre vielleicht mehr drin gewesen. Das Reifenmanagement war doch schwieriger als erwartet. Der Reifen hat nicht so gut gehalten.“

(wwi) Quelle: F1 und Sky