Red-Bull-Pilot staubt Frankreich-Sieg ab

Verstappen nutzt nächstes Ferrari-Drama aus - Doppel-Podium für Mercedes

Max Verstappen und Charles Leclerc.
Max Verstappen und Charles Leclerc.
Imago Sportfotodienst

von Emmanuel Schneider

Mamma mia, Ferrari. Ein Fehler hat Charles Leclerc die nächste Grand-Prix-Party versaut. Nach dem Ausfall des Monegassen jagte Weltmeister Max Verstappen ungefährdet zum Sieg beim Großen Preis von Frankreich. Der Red-Bull-Pilot gewann die Hitze-Schlacht vor dem Mercedes-Duo Lewis Hamilton und George Russell.

Hamilton liefert zum Jubiläum

Für den Niederländer ist es der siebte Saisonsieg. Mit dem Triumph in Le Castellet baut Verstappen die WM-Führung auf Leclerc auf 63 Zähler aus. "Das war unglücklich für Charles, ich hoffe, es geht ihm gut", sagte Verstappen: "Ich bin dann einfach mein Rennen gefahren. Es liegt noch einige Arbeit vor uns, wir werden einfach so weitermachen." Der in Führung liegende Leclerc war in Runde 18 zu weit in der Kurve 11 rausgekommen und in die Bande gecrasht. Am Funk fluchte er laut seinen Frust heraus und schimpfte über das Gaspedal. Später nahm er den Fehler aber auf seine Kappe. Der Ferrari-Star bleibt Zweiter in der Gesamtwertung, da Bullen-Rivale Sergio Perez als Vierter „nur“ 12 Punkte sammelte.

Fette Punkteausbeute gelang Lewis Hamilton in seinem 300. Rennen. Zum Jubiläum fuhr der Brite auf Rang zwei. Das beste Saisonergebnis und der vierte Podiumsplatz in Serie für den Rekordweltmeister. „Unser Ergebnis ist unglaublich, wenn man bedenkt, wie weit wir zurück waren das ganze Wochenende“, sagte Hamilton. „Eine unglaubliche Leistung auch des Teams und der Mannschaften in unseren beiden Werken.“ Teamkollege George Russell überholte nach einem Re-Start nach dem Virtual Safety Car gegen Ende des Rennens noch Verstappen-Helfer Sergio Perez, machte so das Doppel-Podium perfekt.

Die Aufholjagd des Tages gelang Carlos Sainz im zweiten Ferrari. Der Spanier war von P19 gestartet (Motoren-Strafe) und galoppierte schon früh durchs Feld. Aber auch hier bekleckerte sich die Scuderia nicht mit Ruhm. Wegen eines Unsafe Release in der Box, kassierte Sainz eine 5-Sekunden-Strafe. Er beendete das Rennen auf Platz fünf. Trostpreis: Er holte die Schnellste Rennrunde und einen Bonuspunkt.

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Kein gutes Wochenende für Schumacher

Mick Schumacher erlebte einen passenden Abschluss für sein unrundes Wochenende in Le Castellet. Nach einer Kollision mit Guanyu Zhou (Alfa Romeo) rutschte er auf den vorletzten Rang ab. Dass der Chinese eine Strafe erhielt, half dem 23-Jährigen auch nicht weiter. Am Ende reichte es nur zum 15. Rang. In den vergangenen beiden Rennen hatte Schumi jr. jeweils Punkte geholt.

Sebastian Vettel war von Platz 12 aus gestartet. Beim Start gewann der Routinier einige Plätze, kurz darauf wurde er wieder nach hinten durchgereicht. Als Elfter verpasste er den letzten Punkt - den sicherte sich Aston-Martin-Teamkollegen Lance Stroll, den Vettel in der letzten Kurve noch attackierte.

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Das Hitze-Rennen im Zeitraffer

Vor dem Start: Fast alle Fahrer gehen mit Medium-Reifen ins Rennen. Carlos Sainz startet mit harten Reifen von P19. Er wurde wegen einer Motor-Strafe nach hinten versetzt. Die Sonne setzt den Fahrern und Autos zu. Es sind mehr 30 Grad an der Luft, fast 60 Grad auf der Strecke – so heiß war es hier das ganze Wochenende nicht.

Start: Leclerc kommt gut weg und verteidigt die Spitzenposition vor Verstappen. Die F1-Haudegen Hamilton und Fernando Alonso im Alpine erwischen einen richtigen guten Start, Hamilton krallt sich Perez und ist Dritter, Alonso springt von 7 auf die 4, wird dann aber wieder eins nach hinten gereicht. Auch die Deutschen kommen gut vom Fleck: Vettel geht auf 11, Schumacher auf 15.

Runde 1: Der erste Unfall des Tages. Alpine-Pilot Esteban Ocon fährt Yuki Tsunoda im AlphaTauri in der Schikane an, der Japaner dreht sich und steht nun am Ende des Feldes. Auch Vettel war involviert, muss abbremsen und verliert seine Position an Teamkollege Stroll. Großer Gewinner: Kevin Magnussen hat richtig Speed und sprintet in seinem Haas vom letzten Startplatz bis auf P13 nach vorne.

Runde 3-4: Leclerc baut die Führung auf mehr als eine Sekunde aus, doch Verstappen sitzt ihm im Nacken und drückt aufs Gas, ist plötzlich wieder nur eine halbe Sekunde hinter dem Monegassen. DRS ist freigegeben und der Flügel geht auf.

Runde 4: Die Stewards entscheiden: 5-Sekunden-Strafe gegen Ocon für das Manöver gegen Tsunoda. Hamilton muss in den Spiegel gucken, Perez kommt gefährlich nahe. Die Lücke zum Spitzenduo wird immer größer.

Leclerc wehrt die Verstappen-Angriffe ab

Runde 6-7: Attacke von Verstappen in der Mutkurve 10. Zuvor war Leclerc schwer aus der Kurve gekommen, der Red-Bull-Pilot setzt einen ungewöhnlichen Angriff von Außen, fährt neben Leclerc, es reicht aber nicht. Auch auf Start/Ziel geht der Flügel bei Max wieder auf. Doch in den Kurven huscht Leclerc immer davon.

Runde 9-10: Sainz pflügt durchs Feld. Der Ferrari-Mann überholt immer mehr Konkurrenten und ist nun 12., direkt hinter Vettel. Magnussen geht als erster Pilot zum Boxenstopp und zieht neue Hard-Reifen auf. Wird also eine Zwei-Stopp-Strategie. Kurz darauf folgt Schumacher seinem Kollegen.

Runde 10-14: Verstappen kommt nicht mehr bedeutend näher, die erste Angriffswelle hat Leclerc wohl abgewehrt. Schaut der Weltmeister nach seinen Reifen? Er rutscht aus dem DRS-Fenster. Am Funkt bespricht Leclerc mit dem Renningenieur das weitere Vorgehen. Es geht um „Plan B“ – was auch immer das heißt. Garagennachbar Sainz schnupft derweil Vettel und Stroll auf, ist jetzt 10.

Runde 15: Am Ferrari und Red Bull zeigen sich starke Abnutzungserscheinungen des Renners. Wann geht der erste in die Box? Ein Reifen-Poker kündigt sich an.

Runde 16: Verstappen ist es! Er dreht ab in die Box, 2,4 Sekunden dauert der Stopp. Reicht das für den Undercut? Reagiert Ferrari?

Drama um Leclerc

Runde 17: Sainz überholt McLaren-Mann Daniel Ricciardo, Leclerc fährt weiter! Noch kein Boxenstopp für den Führenden. Info an Verstappen: „Du musst JETZT pushen. Er ist noch nicht drin.“

Runde 18: Und dann das! Leclerc fliegt ab! Der Ferrari-Pilot verliert in Kurve 11 sein Heck, dreht sich und crasht die Bande. Er ist raus. Mamma mia, Ferrari. Leclerc schreit seinen Frust raus. Es gibt Gelbe Flaggen, das Safety Car kommt auf die Strecke.

Runde 18-20: Viele Fahrer nutzen die Safety-Car-Phase und holen sich frische Reifen ab.

Runde 21: Das Rennen ist wieder freigegeben. Verstappen führt mit gut einer Sekunde Vorsprung auf Hamilton, gefolgt von Perez, Russell und Alonso. Sainz ist schon 6.!

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Schumacher dreht sich, Sainz jagt

Runde 22: Schumacher steht neben der Strecke. Was war los? Schumi jr. will außen überholen und kollidiert dann mit Alfa-Romeo-Rookie Guanyu Zhou, dreht sich gleich mehrfach. Der Deutsche ist jetzt Vorletzter, weil der Chinese schnell in die Box muss.

Runde 23: Auch das noch! 5-Sekunden-Strafe gegen Sainz. Sein Team hatte ihm beim Boxenstopp in der Safety-Car-Phase zu früh von der Leine gelassen: Unsafe Release, da es fast zu einer Kollision mit Williams-Pilot Alex Albon gekommen ist. Nur eine Vollbremsung von Albon verhinderte Schlimmeres.

Runde 26-29: Sainz ist weiter im Aufholjagd-Modus, nimmt jetzt Russell ins Visier. 0,4 Sekunden trennen den Spanier noch vom Silberpfeil. An der Spitze baut Verstappen die Führung auf Hamilton weiter aus. 3 Sekunden sind es zwischen den letztjährigen WM-Rivalen. Der Niederländer spult eine schnellste Rennrunde ab.

Runde 30: Jetzt aber. Sainz knöpft sich auf der Gegengerade Russell vor: 4. Platz. Aber: Da ist ja noch diese 5-Sekunden-Strafe. Und er muss wohl nochmal stoppen.

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Russell nimmt Perez ins Visier

Runde 32: Fehler bei Hamilton, er galoppiert über die Randsteine, könnte sich einen Schaden zugezogen haben. Der Abstand auf Verstappen beträgt nun mehr als 5 Sekunden.

Runde 33-37: Die Reifen bei Sainz bauen ab. Auch Hamilton fragt am Funk: „Hat sonst noch jemand Verschleiß?“ Vettel fährt nun schon seit Runden im DRS-Fenster von Albon, aber er kommt nicht an dem Williams-Mann vorbei.

Runde 38: Ärger zwischen Magnussen und Nicholas Latifi. Der Däne lässt dem Williams-Pilot kaum Platz, Latifi dreht sich. Kurz darauf stellt Magnussen seinen Haas ab. Das war’s. Sainz diskutiert am Funk über Plan A oder B. Es geht wohl um den nächsten Boxenstopp.

Runde 41: Sainz-Attacke gegen Perez im Kampf um Platz drei. In der langgezogenen Kurve 10 versucht er es zum ersten Mal. In der letzten Kurve schiebt sich Sainz vorbei. Auf Start/Ziel will Perez kontern, schafft es aber nicht. In genau diesem Moment funkt der Kommandostand: „Jetzt in die Box!“ – „Jetzt nicht“, ruft Sainz zurück.

Runde 42: Auch Russell probiert es jetzt gegen den angeschossenen Perez. In der Schikane geht er optimistisch rein, es kommt zur Berührung. „Er hat mir keinen Platz gelassen“, ärgert sich Russell. Perez‘ Meinung: „Er hat mich getroffen und von der Strecke geschoben.“

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Perez pennt

Runde 43: Sainz fährt in die Box. Er fällt auf P9 zurück. Kurz darauf beschwert er sich, dass er gerne durchgefahren wäre.

Runde 46: Auch Latifi gibt auf und stellt den Renner ab. Sainz jagt weiter, packt Norris und ist wieder 6. Verstappen dominiert in Führung liegend das Rennen. Er hat alles unter Kontrolle, führt mit 10 Sekunden Vorsprung auf Hamilton.

Runde 48: Russell hat weiter Perez im Visier, will aufs Podium. Die beiden beharken sich. Es reicht aber noch nicht für den Mercedes-Youngster.

Runde 49: Probleme bei Zhou. Virtual Safety Car. Zhous Alfa Romeo steht in Kurve 6, wird dann von Marshalls aus dem Weg gerollt.

Runde 51-53: Das Rennen wird freigegeben. Und Perez pennt beim Re-Start! Russell ist zur Stelle und zieht vorbei. Doppel-Podium für Mercedes in Sicht. Ein spannendes Duell ums Podium. Perez ist nur wenige Zehntel hinter dem Mercedes-Piloten.

Rennende: Verstappen bringt den Sieg nach Hause. Perez kommt nicht mehr an Russell ran. Das erste Doppel-Podium für Mercedes in dieser Saison. Kurios: Vettel greift in der letzten Kurve noch Teamkollege Stroll an, doch er kommt nicht vorbei und muss sich mit Platz 11 begnügen. Schumacher beendet das Rennen auf Platz 15.