Weniger Zucker und wir wissen, was drin ist

Leckere „Quetschies“ selber machen - das ist besser fürs Kind und fürs Klima

Quetschies sind weder gut für die Zähne, noch für die Umwelt
Quetschies sind weder gut für die Zähne, noch für die Umwelt
© istock

06. Oktober 2021 - 11:30 Uhr

Gekauftes Fruchtmus in Quetschtüten: Praktisch, aber viel zu süß und schlecht fürs Klima

Aufdrehen, trinken und Vitamine tanken: Fruchtmus in kleinen verschließbaren Alu-Tüten gilt als praktischer Vitaminlieferant für Kinder – besonders für kleine Obstmuffel. Leider sind die sogenannten "Quetschies" in ihren Einwegbeutelchen aus Plastik und Alu echte Klimakiller. Und sie enthalten jede Menge Zucker. Zwar werben viele Hersteller mit dem Hinweis "ohne Zuckerzusatz", doch damit ist nur Kristallzucker gemeint, nicht aber der zugesetzte Fruchtzucker und die besonders süßen Fruchtsaft-Konzentrate.

Wir verraten Ihnen, wie Sie den Obstbrei ganz einfach selbst herstellen können - und das ganz ohne Zuckerzusätze und mit einem wesentlich besseren Umwelt-Gewissen.

So viel Zucker wie in einer Fanta

Klar ist Obst gesund und somit auch der Obstbrei – wenn er allerdings mit Apfel- oder Traubensaftkonzentrat angereichert wird, wird er zu einer kleinen Zuckerbombe. Dann stecken mitunter bis zu sechs Stück Würfelzucker in einem Quetschie – ungefähr so viel wie in einem 0,2-Glas Fanta.

Viele Hersteller wehren sich damit, dass auf ihren Frucht-Quetschtüten keine Altersempfehlungen zu finden sind. So können sie sich darauf berufen, dass ihre Zielgruppe nicht die Unter-Dreijährigen sind. Für die gelten nämlich strengere Richtlinien, auch was Pestizidrückstände angeht. Und auch die Verpackungen sind kritisch zu betrachten, enthalten sie alle Aluminium und/oder PVC, PVDC, bzw. chlorierte Verbindungen. Beruhigenderweise sind die Rückstände im Fruchtmus aber sehr gering.

Aber die Umweltbilanz vieler Quetschie-Produkte ist desaströs. Die Einweg-Verpackungen lassen die Müllberge anwachsen und sind mit ihrem Verbundgemisch aus Plastik und Aluminium kaum reclyclingfähig – und das für ein Produkt, das den meist kleinen Konsumenten maximal eine Minute Snackspaß bereitet. Zwar gibt es Herstellerbemühungen, die Umweltbilanz zu verbessern, etwa durch eine Verpackung, die nur aus einer Sorte Kunststoff besteht und wieder eingeschmolzen werden kann – aber am Ende ist es doch ein Wegwerfbeutel.

Das Magazin Ökotest fand im Oktoberheft 2020 nur eine Sorte Obst-Beutelchen "gut" – und das Produkt generell überflüssig, schon weil es neben dem Müllproblem nicht nur Karies fördern, sondern auch andere weitreichende gesundheitliche Folgen haben kann. Wer nur schluckt und nichts zerkleinern muss, kann die Kaumuskulatur nicht trainieren. Das ist nicht nur fürs Essen wichtig, sondern auch für die Sprachentwicklung. Zu ähnlichen Ergebnissen kam auch Stiftung Warentest im Jahr 2020.

Besser also: den Kindern frisches Obst zum Knabbern geben. Das macht weniger Müll und ist wesentlich preiswerter. Und wenn es doch mal was zum Löffeln oder Saugen sein soll: Fruchtmus einfach selbst machen. Wir zeigen Ihnen, wie das geht.

„Quetschies“ selbst machen: So einfach geht's

Wer es selbst macht, weiß auch was drin steckt. Sie können auf diese Weise auf Fruchtkonzentrate verzichten und nur frisches Obst und Gemüse verwenden. Zutaten einfach mit einem Pürierstab oder im Thermomix (Stufe 10, 35 Sekunden) mixen. Kochen oder Schälen sollten Sie die Zutaten nicht, da die wertvollen Nährstoffe und Vitamine sonst verloren gehen.

Grüner Quetschie

RTL NEWS empfiehlt

Anzeigen:
  • 100 g Spinat
  • 100 ml Orangensaft
  • 1 Banane

Sommer-Quetschie

  • 200 ml Buttermilch (geeignet für Kinder ab 1 Jahr)
  • 1 Hand voll Himbeeren
  • 3 Aprikosen

"Stärk dich"-Quetschie

  • 1 Apfel
  • 1 Hand voll süßer Trauben
  • 1 Karotte
  • etwas Wasser

Um den selbstgemachten Fruchtbrei auch unterwegs zu genießen, eignen sich übrigens diese wiederverwendbaren Quetschie-Tüten zum Selbstbefüllen* optimal.

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