Zu viel Zucker und damit schlecht für die Zähne

Quetschies: Praktisch für Eltern, fragwürdig für die Kleinen - und für Babys tabu!

Kind isst einen Quetschie
Kind isst einen Quetschie
infoNetwork, RTL

Versuchung auch für Eltern groß

Eltern kennen das: Im oft hektischen Leben mit Babys und Kleinkindern ist jedes Mittel, den Alltag etwas leichter zu machen, willkommen. So ist die Verlockung, in der Drogerie und im Supermarkt zu den praktischen Frucht- und Gemüse-Beuteln zum Aussaugen und Leerquetschen zu greifen, recht groß. Doch die sogenannten Quetschies sind umstritten: Zu viel Zucker und damit schlecht für Zähne und Gebiss. Darauf weist auch wieder die Stiftung Warentest in der neuen Ausgabe hin.

So viel Zucker wie in einer Cola

Die Tester haben die Zutatenlisten von 27 beispielhaft ausgesuchten Fertig-Quetschies aus dem Handel, oft Bioware, verglichen: Kaloriengehalt, Zuckeranteil, Preise. Natürlich enthalten Fruchtpürees von Natur aus viel Zucker - Fruchtzucker eben. Im Schnitt sind es 11 Gramm auf ein 100-Gramm-Quetschies. Damit kann der Fruchtzuckergehalt eines Quetschies so hoch sein wie in einer normalen Cola, warnt die Stiftung. Da Püriertes besser an den Zähnen haftet, ist die Kariesgefahr deutlich erhöht. Außerdem fördert frühes Kauen die Mundmuskulatur, so die Autoren. Und die ist wichtig für das Erlernen des Sprechens.

Hin und wieder unterwegs und als Dessert-Ersatz okay - aber nicht als Beikost!

Für unterwegs, so räumen die Test-Experten allerdings ein, ist ein Quetschie hin und wieder durchaus in Ordnung - jedenfalls besser als ein Schokoriegel. Auch kann ein Frucht-Gemüse-Püree auch eine sinnvolle Alternative als Dessert sein, wenn es zum Beispiel einen Pudding mit Zuckerzusatz ersetzt. Denn so ein Wackelpudding kann schonmal 18 Gramm Zucker auf 100 Gramm enthalten.

Ebenfalls sinnvoll ist der Einsatz temporär für Gemüse- und Obstmuffel. So könne kleinen Verweigerern der Zugang zu Gesundem schmackhaft gemacht werden. Allerdings rät die Ernährungskommission der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) dringend davon ab, Quetschies im Beikostalter zu verfüttern. "Bei regelmäßigem Verzehr muss mit einer unausgewogenen Nährstoffzufuhr" gerechnet werden, zitiert Stiftung Warentest die Experten.

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Stiftung Warentest empfiehlt wiederverwendbare Quetschies

Ein weiterer großer Minus-Punkt für die Warentest-Autoren: Quetschies sind teuer und produzieren zu viel Abfall. Deswegen empfiehlt das Magazin, wiederverwendbare Quetschies auszuprobieren. Die von den Autoren getesteten Beutel von "Breidabei", "Squeasy Snacker" und "Squiz" waren frei von Schadstoffen, ließen sich gut befüllen und sparen Geld und Müll. Am allerbesten sei aber immer noch: Natur pur - also Obst und Gemüse zum Beißen.

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