Familie trauert um Ibrahim Demir (†41) aus Dortmund

Prozess um totgetretenen Kleinwüchsigen - Bruder: "Ich will dem Täter in die Augen schauen"

Kleinwüchsiger totgetreten: Familie trifft auf Angeklagten Prozess in Dortmund
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Prozess in Dortmund
Kleinwüchsiger totgetreten: Familie trifft auf Angeklagten

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Im Video: Bruder spricht über verstorbenen Ibrahim Demir

Ibrahim Demir (†41) hatte keine Chance: Der Kleinwüchsige aus Dortmund wurde nachts vor seiner Haustür totgetreten. Er erstickte an seinem eigenen Blut. Der Angreifer rannte nach der Tat weg, stellte sich aber kurz darauf. Jetzt muss sich Asir A. wegen Körperverletzung mit Todesfolge vor dem Landgericht Dortmund verantworten. Im Gerichtssaal: Der Vater von Ibrahim und seine beiden jüngeren Brüder Serhat und Hasret. Ihnen sei es wichtig gewesen, dem Angeklagten gegenüberzustehen, so Hasret. „Ich wollte ihm in die Augen schauen. Ich wollte sehen, wie feige er ist. Ich wollte wissen, warum“, sagt Ibrahims Bruder. Asir A. jedoch verdeckte sein Gesicht.

"Der Kleinwüchsige, der träumte, wie ein Großer"

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Familie suchte über soziale Medien nach dem Täter

Ein Zeuge hatte beobachtet, wie Ibrahim zu Tode getreten wurde. Laut Staatsanwaltschaft kam es vor der Haustür des Opfers zum Streit. Der Angeklagte soll Ibrahim von hinten angegriffen und mehrfach gegen Hals und Gesicht getreten haben, als er schon am Boden lag. Seine Familie startete einen Aufruf in den sozialen Medien, um den Täter ausfindig zu machen. "Der hatte überhaupt keine Kraft, der konnte sich sowieso nicht wehren", erzählt Ibrahims Bruder. "Seine einzige Waffe war seine Stimme." Denn Ibrahim war nur 1,42 Meter groß. "Er war in einem kleinen Körper, aber er war größer als wir alle", sagt er.

Der Beschuldigte und der 41-Jährige kannten sich laut Staatsanwaltschaft. Offenbar gab es zuvor einen verbalen Streit zwischen den beiden. Asir A. habe angegeben, dass er Ibrahim zur Rede stellen wollte. Dann sei es zu einer körperlichen Auseinandersetzung gekommen.

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Anklage wegen Körperverletzung mit Todesfolge

„Jeden Tag denke ich immer an ihn. Es gibt keinen Tag, wo wir nicht an ihn denken“, sagt Hasret Demir. Er kann nicht verstehen, dass Asir A. nicht wegen Mordes oder Totschlags angeklagt ist – laut Staatsanwaltschaft fehlt der Vorsatz. Hasret: „Das war definitiv Mord. Er wurde von zu Hause rausgeklingelt und auf der Treppe vor der Haustüre totgeschlagen. So was ist doch schon geplant.“

Sollte Asir A. verurteilt werden, muss er mit einer Haftstrafe zwischen drei und 15 Jahren rechnen. Das Urteil soll noch diesen Monat fallen.