Jan K. gesteht schlimme Tat

Stalking-Opfer (15) verlor Stimme nach Messerangriff: Angeklagter bricht vor Gericht in Tränen aus

Lea (15) zeigt sich stark vor Gericht Prozessauftakt in Chemnitz
02:10 min
Prozessauftakt in Chemnitz
Lea (15) zeigt sich stark vor Gericht

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Es muss für Lea aus Annaberg-Buchholz in Sachsen schlimm gewesen sein, ihrem Stalker und Angreifer vor Gericht am Freitag noch einmal in die Augen sehen zu müssen. Jan K. hatte im Juni 2022 mit einem Messer mehrmals auf die Jugendliche eingestochen, weil sie seine Liebe nicht erwiderte. Zum Glück überlebte Lea die Attacke. Doch bis heute ist sie von ihren Verletzungen gezeichnet, kann nicht mehr normal sprechen. Trotzdem will sie stark bleiben, ihre Stimme erheben und zeigt sich bewusst offen vor unserer Kamera.

Stalking-Opfer kämpft sich nach Angriff zurück ins Leben

Vor dem Gerichtstermin traf RTL Lea und ihre Familie. Die 15-Jährige wirkte sehr stark, seit dem Vorfall im vergangenen Sommer hat sich der Teenager zurück ins Leben gekämpft. Aufgeben war für sie keine Option, auch wenn die schreckliche Tat viel mit ihr und ihrer Familie gemacht hat. Die Leichtigkeit sei nicht mehr vorhanden. „Ich bin viel vorsichtiger als vorher. Mein Leben ist auf eine Art und Weise nicht mehr wie früher. Wir hoffen, dass es wieder wie früher wird“, sagte Lea im RTL-Interview. Seit dem Vorfall ist ihre Familie mehr zusammengewachsen. Auch in der Schule bekommt die Schülerin viel Halt. „Meine Freunde und Mitschüler sagen jedes Mal, dass ich eine sehr starke Person bin. Ich bin so dankbar, dass ich so liebevolle Freunde habe und die für mich von Anfang bis Ende da waren.“

Das noch größte Problem: ihre Stimme. Seit dem Messerangriff hat sie sich zwar gebessert, doch wirklich laut reden kann die Schülerin immer noch nicht. „Ich möchte, dass er einfach dafür bezahlt. Dass er nie wieder jemandem so etwas antun kann. Ich hoffe, dass er in den Knast kommt und dann dort für immer bleibt“, so die 15-Jährige weiter.

Angeklagter Jan K. weint vor Gericht, als er sein Stalking-Opfer hört

Jan K. wollte am Freitag noch nicht aussagen. „Am Anfang war der Angeklagte noch gefasst und eher emotionslos, als der Staatsanwalt die wirklich grauenhafte Anklage verlesen hat. Allerdings hat sich das dann geändert, als das Opfer den Saal betreten hat und mit ihrer Flüsterstimme begonnen hat, zu erzählen, da ist er dann in Tränen ausgebrochen“, berichtete RTL-Reporter Frank Vacik nach dem Prozessauftakt. Nach der Tat sei Jan K. geflüchtet und wollte sich offenbar selbst das Leben nehmen, als er realisierte, was er getan hatte.

„Der Angeklagte soll unglücklich in das Opfer verliebt gewesen sein. Er hat versucht, sie zu sexuellen Handlungen zu motivieren, hat sie eben in diesen Kellerraum gebracht und wollte von ihr geküsst werden und das hat das Opfer abgewehrt“, erklärte Marika Lang, die Sprecherin des Landgerichts Chemnitz. Jan K. ist wegen versuchten Mordes angeklagt, ihm droht eine lebenslange Freiheitsstrafe von bis zu 15 Jahren.

Lea will andere Betroffene von Stalking warnen. Begonnen hat es auch bei ihr ganz harmlos, die tödliche Gefahr kam erst später.

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Lea (15) sprach mit RTL über den schlimmen Messerangriff

Jan K. und sein späteres Opfer hatten sich durch gemeinsame Freunde kennengelernt. Der arbeitslose Mann hing oft mit Teenagern im Jugendtreff ab. Irgendwann fing der wesentlich ältere Jan an, für Lea, die damals 15 Jahre alt war, zu schwärmen und ihr merkwürdige Liebeserklärungen zu schicken. Ihre Eltern hatten zwar von Anfang an ein komisches Gefühl, doch sie unterschätzten die Gefahr.

Am Tag des Angriffs hatte der 32-Jährige mehrere seiner „Freunde“ aus der Gruppe zu sich eingeladen, darunter auch Lea. Er wollte sie dann alleine sprechen. „Er hat mich in den Keller gezogen, in den Waschraum“, erinnerte sich die 15-Jährige im RTL-Interview, in dem sie damals noch verdeckt mit RTL spricht, um sich zu schützen. „Dann hat er angefangen, mich zu küssen. Das habe ich aber nicht erwidert. Daraufhin hat er nur noch gesagt: ‘Wenn ich dich nicht haben kann, dann kriegt dich keiner!’“

Jan K. stach mehrmals mit einem Messer auf sie ein. Er verletzte die Jugendliche so schwer an Hals, Kehlkopf und Stimmbändern, dass sie nun nicht mehr laut sprechen kann. Der Angreifer habe sie schwer verletzt im Keller liegen lassen. Sie schaffte es aber, sich ins Treppenhaus zu schleppen. Eine Nachbarin rief Hilfe und rettete ihr vermutlich so das Leben. (gsc)

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