Blaumacher, aufgepasst!

Privatdetektiv verrät: So kommen Chefs Homeoffice-Schwindlern auf die Schliche

Immer mehr Privatdetektive werden angeheuert, um Arbeitnehmer zu beschatten.
© iStockphoto, Andrey Popov

27. Mai 2020 - 15:56 Uhr

Merkt der Arbeitgeber, wenn ich es im Homeoffice langsam angehen lasse?

Durch die Corona-Pandemie befinden sich zurzeit ganze Firmen im Homeoffice. Da fällt es doch bestimmt nicht auf, wenn man mal für ein Stündchen verschwindet... Oder etwa doch? Ein Kölner Privatdetektiv verrät uns, wie Arbeitgeber Mitarbeitern auf die Schliche kommen, die es mit der Arbeitsmoral gerade nicht ganz so genau nehmen.

Firmen werden in der Corona-Krise misstrauischer

Der Kölner Privatdetektiv Lothar Wenzel ist Homeoffice-Schwindlern auf der Spur. Seit der Corona-Krise bekommt er immer mehr Aufträge von Klienten, die sich fragen, ob ihre Mitarbeiter zu Hause wirklich so arbeiten wie im Büro - oder sich eben doch mal ausgiebigere Pausen gönnen. Die Mandate, erzählt er uns, kämen dabei vor allem von Klein- oder Handwerksbetrieben sowie mittelständischen Firmen.

Wodurch Mitarbeiter sich verdächtig machen

Zu den Mitarbeitern, die überwacht werden sollen, gebe es in der Regel eine Vorgeschichte, erklärt Lothar Wenzel. Häufig durch überhöhte Fehlzeiten oder viele Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen. "Wenn der Arbeitnehmer dann für den Arbeitgeber nicht während des Homeoffice erreichbar ist und nicht auf Emails und WhatsApp-Nachrichten reagiert, ist es nur ein kleiner Schritt zur Mandatierung eines Privatdetektivs."

Detektiv verrät: So werden ahnungslose Arbeitnehmer beschattet

Vollkommen grundlos dürfen Chefs einen Detektiv übrigens nicht beauftragen. Der Arbeitgeber muss belegen können, warum ein berechtigter Verdacht gegen seinen Angestellten besteht. "Nur so ohne Grund hinterherschnüffeln geht gar nicht. So ein Mandat würde ein seriöser Detektiv ablehnen", sagt Wenzel.

Besteht also ein begründeter Verdacht, übergibt der Arbeitgeber den Namen, die Anschrift sowie in manchen Fällen zusätzlich das Fahrzeug und Kennzeichen ihres Mitarbeiters an die Detektei. Die Observation beginnt dann am Wohnsitz des Angestellten. "Lauschangriffe" sowie Videoaufnahmen seien dabei jedoch nicht erlaubt. Das verstoße gegen Persönlichkeitsrechte, erklärt der Kölner Detektiv.

Die wichtigsten Regeln und Studien: Was Sie über das Arbeiten im Homeoffice wissen sollten, erfahren Sie hier.

Mitarbeiter meldete sich krank - und renovierte dann sein Gartenhaus

Bei seiner Arbeit erlebt der Privatdetektiv auch mal Kurioses. Ein Mitarbeiter, erinnert er sich, habe sich aus dem Homeoffice heraus bei seinem Arbeitgeber krankgemeldet - angeblich wegen Rückenproblemen. Im Laufe der Observation fuhr der Mitarbeiter dann allerdings mit seinem PKW (inklusive kleinem Hänger) zu einem Baumarkt. "Dort konnte er von den Detektiven beobachtet werden, wie er Baumaterial in sein Fahrzeug und den Hänger lud", erinnert sich Lothar Wenzel. "An der Wohnanschrift konnte er beobachtet werden, wie er sein Gartenhaus renovierte und ausbaute. Alles mit dem kranken Rücken."

VIDEO: Betrug im Homeoffice - so jagen Detektive Blaumacher

Auch in der Hanauer Detektei von Markus Lenz gibt es gerade viel zu tun. Wie der Detektiv und seine Mitarbeiter Homeoffice-Betrüger beschatten, sehen Sie im Video.