Maschine wollte nach Köln

Geister-Flieger über der Ostsee abgestürzt - Pilot saß bewusstlos im Cockpit

Geister-Flieger über der Ostsee abgestürzt Pilot saß bewusstlos im Cockpit
01:09 min
Pilot saß bewusstlos im Cockpit
Geister-Flieger über der Ostsee abgestürzt

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Drama vor den Augen von Eurofighter-Piloten der Luftwaffe! Zwei deutsche Kampfjets steigen auf, um herauszufinden, was an Bord eines Privatjets los ist. Die Soldaten sehen den Piloten bewusstlos im Cockpit. Das hat RTL exklusiv von der Luftwaffe erfahren. Wenig später stürzt der Privatjet in die Ostsee, wie die Luftwaffe bei Twitter bestätigte. An Bord sollen vier Menschen gewesen sein. Für sie gibt es keine realistische Hoffnung. Geisterflug über halb Europa – doch was genau ist passiert?

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Euro-Fighter der Luftwaffe begleiteten Geisterflieger in deutschem Luftraum

04.09.2022, Österreich, Wien: Eine Person betrachtet die letzte bekannte Position der Cessna mit der Kennung OE-FGR. Ein in Österreich registrierter Privatjet ist am Sonntag (04.09.2022) mit vier Menschen an Bord über der Ostsee vor der Küste Lettlan
Die Absturzstelle liegt westlich von Lettland.
hef alf, dpa, Helmut Fohringer

Sonntag, 12:56 Uhr: Die Cessna 551 mit der Kennung OE-FGR (ähnlich wie ein Autokennzeichen) startet laut der schwedischen Zeitung „Dagens Nyheter“ mit vier Personen an Bord im südspanischen Jerez. Ihr Ziel: der Flughafen Köln-Bonn. Das Flugzeug sei in Österreich registriert, gehöre laut dem Flugzeug-Register aber der deutschen Firma „GG Rent“. Das berichtet die Agentur Reuters.

Nach übereinstimmenden Berichten bricht der Kontakt zum Piloten schon kurz nach dem Start ab. Daten des Flugportals „Flightradar24“ zeigen, dass das Flugzeug Stunden durch den europäischen Luftraum fliegt, offenbar ohne dass der Pilot eingreift – über Spanien, Frankreich, Luxemburg, Belgien, Deutschland. Das Flugzeug rast in circa elf Kilometern Höhe über seinen Zielflughafen Köln-Bonn hinweg. Nachdem die Cessna Rügen überfliegt, geht es auf die Ostsee hinaus. Gegen 19:45 Uhr ist das Flugzeug vor der Küste Lettlands abgestürzt.

Ab Köln fliegt die Cessna schnurgerade bis zur Ostsee

RTL-Luftfahrtexperte Ralf Benkö sieht Anzeichen dafür, dass das Flugzeug vom Autopiloten gesteuert wurde und niemand an Bord mehr reagieren konnte.
RTL-Luftfahrtexperte Ralf Benkö sieht Anzeichen dafür, dass das Flugzeug vom Autopiloten gesteuert wurde und niemand an Bord mehr reagieren konnte.

Auch RTL-Luftfahrt-Experte Ralf Benkö hat sich die Flugdaten der Cessna angeschaut. Er meint: „Der Flugweg lässt die Erklärung möglich erscheinen, dass die Maschine per Autopilot auf dem Weg nach Köln war. Doch niemand an Bord war in der Lage zu reagieren und die Maschine zu landen. Ab Köln fliegt die Maschine eine schnurgerade Linie zur Ostsee."

Ein Experte für Luftsicherheit, Hans Kjäll, sagte der schwedischen Nachrichtenagentur TT, Druckprobleme könnten dazu geführt haben, dass die Passagiere das Bewusstsein verloren hätten. Gerade in Höhen, in denen Kleinflugzeuge unterwegs seien, könne dies schnell passieren.

Offenbar vier Menschen an Bord der Cessna

Zwei Eurofighter der Luftwaffe steigen zum Geisterjet auf - die Soldaten sehen, dass der Pilot bewusstlos im Cockpit sitzt (Archivbild)
Zwei Eurofighter der Luftwaffe steigen zum Geisterjet auf - die Soldaten sehen, dass der Pilot bewusstlos im Cockpit sitzt (Archivbild)
deutsche presse agentur

Mehrere Kampfjets verschiedener europäischer Länder waren zu dem Business-Flugzeug aufgestiegen, heißt es übereinstimmend. Die grausame Entdeckung machen schließlich die Piloten der deutschen Luftwaffe – sie sehen, dass die Cessna führerlos ins Verderben steuert. Der Kapitän sitzt bewusstlos im Cockput seines kleinen Jets. Die Bundeswehr-Soldaten können für ihn und die Passagiere an Bord nichts tun.

Schwedische Rettungshubschrauber entdecken Sonntagabend Wackteile und Öl im Meer. Die Absturzstelle soll sich vor der lettischen Küste befinden. Die Retter stufen die Chancen, Überlebende zu finden, als „nicht vorhanden“ ein, schreibt die schwedische Zeitung „Dagens Nyheter“.

Lettische Rettungskräfte sind offenbar unterwegs zur Unglücksstelle. „Unsere Schiffe sind auf dem Weg zu der Stelle, wo der Flugzeugabsturz passiert ist“, sagte Liva Veita, Sprecherin der lettischen Marine im Reuters-Interview. Auch eine Passagierfähre soll zur Unglücksstelle umgeleitet worden sein, um die Bergungsarbeiten zu unterstützen.

Nach Angaben der Sprecherin der lettischen Marine, Liva Veita, wurden am Montag zehn Wrackteile im Meer entdeckt. Ein weiteres sei zuvor bereits am Sonntag ausfindig gemacht worden, sagte sie der lettischen Nachrichtenagentur Leta. Von den Insassen fehlt dagegen weiterhin jede Spur. (rsa, jgr)