Nicht jede Methode passt zu jeder Frau

Verhütungsmittel bei Stiftung Warentest: Viele sind nicht gut verträglich

Nicht jede Verhütungsmethode ist für jede Frau geeignet.
Nicht jede Verhütungsmethode ist für jede Frau geeignet.
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26. März 2021 - 11:15 Uhr

Nur 58 von 141 Verhütungsmitteln geeignet

Von der Anti-Baby-Pille über Kondome bis hin zur natürlichen Methode: Mittel und Methoden zur Empfängnisverhütung gibt es viele – aber längst nicht jede ist für alle geeignet. Die Arzneimittelexperten von Stiftung Warentest haben insgesamt 141 Verhütungsmittel getestet. Dazu gehörten viele Anti-Baby-Pillen, aber auch Pflaster, Spritzen, Spiralen, Verhütungsringe und Implantate. Mit ernüchterndem Ergebnis: Nur 58 der getesteten Verhütungsmittel halten die Experten für geeignet. Sie kritisieren dabei aber nicht deren Wirksamkeit, sondern die Verträglichkeit.

Welche Anti-Baby-Pillen empfiehlt Stiftung Warentest?

Welches Verhütungsmittel am geeignetsten ist, hänge immer von den persönlichen Umständen ab – etwa dem Alter, Beziehungsstatus, Lebensstil und etwaigen Vorerkrankungen. Dass etwa die Anti-Baby-Pille das Thromboserisiko erhöhen kann, ist bekannt. Die Stiftung Warentest empfiehlt hier eher Präparate mit geringem oder sehr geringem Östrogengehalt und den Gestagenen Levonorgestrel, Norethisteron oder Norgestimat, unter anderem etwa Maexeni 30 mite, Evaluna 30/125, Leanova AL oder Levina Stada 20.

Diese bergen ein geringeres Risiko für Thrombosen als andere Gestagene. Noch niedriger sei dieses bei der Minipille mit Levonorgestrel, etwa der 28 Mini, allerdings müsse diese besonders diszipliniert und pünktlich eingenommen werden, um korrekt wirken zu können.

Verhütungsringe, -Pflaster und -Stäbchen laut den Experten weniger geeignet

Verhütungsringe und -Pflaster wirken ebenfalls hormonell. Stiftung Warentest bewertet beide aber als wenig geeignet – hauptsächlich, weil es Hinweise auf ein höheres Thromboserisiko als bei Anti-Baby-Pillen mit geringem oder sehr geringem Östrogengehalt gebe. Bei den Pflastern könne es zudem zu Jucken und Hautrötungen kommen, bei dem Vaginalring zu Scheidenentzündungen.

Wenig geeignet ist laut den Experten auch das Implantat; ein hormonhaltiges Stäbchen, das in den Oberarm implantiert wird und dort kontinuierlich das Gestagen Etonogestrel ins Blut abgibt. Auch hier lasse sich das Thromboserisiko nicht ausreichend beurteilen. Vor allem könne es aber passieren, dass das Implantat nach dem Einsetzen an eine andere Stelle wandere und sich anschließend nicht mehr so leicht entfernen lasse.

Hormon- und Kupferspiralen als geeignet und zuverlässig bewertet

Sowohl Hormon- als auch Kupferspiralen wie Femena CU 375 oder Gynefix hält die Stiftung Warentest als langfristiges Verhütungsmittel für geeignet und zuverlässig – vor allem für Frauen, die schon ein Kind zur Welt gebracht haben. Denn mit dem Einsatz der Spiralen bestehe ein erhöhtes Risiko für eine Beckenentzündung, die die Fruchtbarkeit beeinflussen könne.

Hormonspiralen wie Jaydess und Kyleena eignen sich laut der Experten dabei vor allem für Frauen mit starken Blutungen.

Dreimonatsspritze nicht empfohlen

Anders sehen die Arzneimittelexperten der Stiftung es bei der Dreimonatsspritze: Diese empfehlen sie nicht als Standardmittel zur Verhütung. Bei dieser lasse sich das Thromboserisiko des Gestagens nicht sicher beurteilen, zudem verursache sie unerwünschte Nebenwirkungen wie etwa eine Verringerung der Knochendichte.

Laut Stiftung Warentest dauere es nach dem Absetzen der Dreimonatsspritze außerdem lange, bis Frauen wieder schwanger werden können – bei der Hälfte der Frauen etwa zehn Monate, andere warteten bis zu zweieinhalb Jahre.

Das gesamte Testergebnis steht auf der Website von Stiftung Warentest zum Abruf bereit.