Gesicht auf das Dreifache angeschwollen

Mysteriöse Krankheit: Gibt es für diesen Mann Heilung?

19. Juli 2019 - 19:41 Uhr

Zustand seit drei Jahren unverändert

Es begann mit harmlosen Symptomen: Juckende Augen, eine laufende Nase. Doch dann schwoll das Gesicht von Romulo Pilapil von den Philippinen auf ein groteskes Maß an – das war vor drei Jahren. Seitdem suchen er und seine Familie verzweifelt nach Heilung. Wie krass sich Romulos Aussehen verändert hat, sehen Sie im Video. Wir haben einen Facharzt gefragt: Welche mysteriöse Krankheit steckt hinter seinem Leid?

Ärzte auf Heimatinsel konnten nicht helfen

Wegen der extremen Schwellung kann er nichts mehr sehen, das Sprechen durch den riesigen Mund fällt ihm schwer. Romulos Krankheit zwang ihn, seinen Beruf als Schreiner aufzugeben. Als er vor rund drei Jahren auf einmal heftig tränende, juckende Augen und eine ständig laufende Nase bekam, lautete die Diagnose: Sinusitis, also eine Nebenhöhlenentzündung. Doch die Medikamente, die Romulo bekam, schlugen nicht an – im Gegenteil: Sein Gesicht schwoll immer weiter an. Die Ärzte auf seiner Heimatinsel Leyte waren ratlos.

Romulos drei Kinder – alle im Studium - mussten sich Arbeit suchen, um die Familie über Wasser zu halten. Für eine Untersuchung durch Spezialisten haben die Pilapils kein Geld: "Die Ärzte baten ihn, sich an ein größeres Krankenhaus in Manila zu wenden, aber die Familie konnte sich das nicht leisten. Seitdem hat er keine weitere Behandlung bekommen", berichtet Romulos Neffe John Santos, der bei Facebook eine Spendenaktion für seinen Onkel startete, der britischen "Daily Mail".

Romulo Pilapil von den Philippinen mit geschwollenem Gesicht
Gerade feierte Romulo seinen 56. Geburtstag. Seine Familie hofft nun auf Spenden, um ihm helfen zu können.
© ViralPress

Facharzt vermutet seltene Erbkrankheit

John und die anderen vermuten, dass es sich um eine heftige Allergie handelt. Prof. Dr. Gerno Strauß, Chefarzt im Fachbereich HNO der Acqua-Klinik Leipzig, hat einen ganz anderen Verdacht: Ein hereditäres angioneurotisches Syndrom, also eine seltene erbliche Erkrankung von Nerven und Gefäßen. Diese verursacht Ödeme, also Flüssigkeitseinlagerungen – tatsächlich reichen hier oft schon leichte Infektionen wie ein Schnupfen, um eine Immunreaktion auszulösen.

"Dem Körper fehlen aufgrund eines Enzymmangels Botenstoffe, die eine Schwellung eindämmen. Die Zellen sind nicht mehr richtig strukturiert und werden durchlässig, Wasser tritt in die Umgebung aus", erklärt der Spezialist.

Medikament gegen Enzymmangel könnte die Lösung sein

Dass die Schwellung nicht wie in anderen Fällen, die Prof. Dr. Strauß bereits behandelt hat, nach wenigen Tagen wieder von selbst abnahm, könnte auf eine besonders heftige Ausprägung der Krankheit hinweisen - schließlich ist Romulos Zustand offenbar seit mehreren Jahren unverändert. Sollte es sich wirklich um besagtes Syndrom handeln, käme eine Operation bei Romulo nicht in Frage: "Das würde die Zellen nur zusätzlich beschädigen", so Prof. Dr. Strauß.

"Helfen könnte hingegen ein spezielles Medikament, das zur Behandlung des hereditären angioneurotischen Syndroms zugelassen ist und den Mangel der entsprechenden Enzyme ausgleicht", erklärt der HNO-Facharzt. Auf diese Weise könnte Romulos Körper dann die Schwellung abbauen. Doch dieses Medikament ist ziemlich teuer. Es bleibt also zu hoffen, dass Romulos Familie bald genug Geld zusammen hat, damit er endlich einen Spezialisten aufsuchen und sein normales Leben zurückbekommt.