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Pflegeheim-Kosten: So viel zahlt man 2022 für einen Platz

Welches Bundesland die teuersten Plätze hat

Bis zu 2.500 Euro aus eigener Tasche: So viel kostet ein Pflegeheim

Pflege
Eine Pflegefachkraft hilft in der ambulanten Pflege einer Frau beim Umsetzen. Foto: Sebastian Gollnow/dpa/Symbolbild
deutsche presse agentur

Wenn Mama oder Papa ins Heim müssen, weil es zu Hause einfach nicht mehr geht, ist das schon an sich eine Belastung für die Familien. Aber on top kommt dann oft die Sorge um die Finanzierung: Viele Pflegeheimbewohner und ihre Familien müssen seit langem mit steigenden Kosten zurecht kommen. Auch Anfang 2022 ging es noch mal hoch – doch in Zukunft soll eine neue Kostenbremse betroffene Personen und ihre Angehörigen entlasten.

Heimplätze in NRW sind am teuersten

Für Pflegebedürftige sind Zuzahlungen für die Pflege im Heim weiter gestiegen.

  • Zum 1. Januar 2022 waren im bundesweiten Schnitt 2.179 Euro im Monat aus eigener Tasche fällig, wie aus Daten des Verbands der Ersatzkassen hervorgeht. Das waren 111 Euro mehr als Anfang 2021. Es gibt aber weiter große regionale Unterschiede.
  • Im Länder-Vergleich am teuersten sind Heimplätze in Nordrhein-Westfalen mit nun durchschnittlich 2.542 Euro und in Baden-Württemberg mit 2.541 Euro.
  • Am niedrigsten lag die Belastung in Sachsen-Anhalt mit 1.588 Euro im Monat.
  • Inzwischen greifen aber auch erste Entlastungen, die noch die alte Bundesregierung auf den Weg gebracht hatte.

In den Summen ist zum einen der Eigenanteil für die reine Pflege und Betreuung enthalten. Denn die Pflegeversicherung trägt - anders als die Krankenversicherung - nur einen Teil der Kosten.

Für Heimbewohner kommen daneben aber noch Kosten für Unterkunft, Verpflegung und auch für Investitionen in den Einrichtungen dazu. Der Eigenanteil allein für die reine Pflege stieg nun im bundesweiten Schnitt auf 912 Euro, nachdem es zum 1. Januar 2021 noch 831 Euro gewesen waren.

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Auch die Kosten für Unterkunft und Verpflegung steigen

Zum Schutz vor stärkeren Belastungen traten zu Jahresbeginn 2022 allerdings auch Neuregelungen einer Pflegereform in Kraft:

  • Heimbewohner bekommen neben den Zahlungen der Pflegekasse jetzt einen Zuschlag, der mit der Pflegedauer steigt.
  • Der Eigenanteil für die reine Pflege soll so im ersten Jahr im Heim um 5 Prozent sinken, im zweiten um 25 Prozent, im dritten um 45 Prozent und ab dem vierten Jahr um 70 Prozent.

Der ehrenamtliche Vorsitzende des Verbands der Ersatzkassen (vdek), Uwe Klemens, sagte der Deutschen Presse-Agentur, die Entwicklung bei den Eigenanteilen müsse genauestens beobachtet werden. Gegebenenfalls seien weitere Begrenzungsmaßnahmen nötig.

Laut den neuen Daten sind nicht nur Zuzahlungen für die reine Pflege gestiegen. Für Unterkunft und Verpflegung waren mit Stand 1. Januar im bundesweiten Schnitt 801 Euro pro Monat fällig - nach 779 Euro Anfang 2021. Als Zuzahlung für Investitionskosten in den Heimen fielen im Schnitt 466 Euro im Monat an (1. Januar 2021: 458 Euro).

Pflegebeitrag steigt - Bund zahlt jährlich 1 Milliarde Zuschuss zur Pflegeversicherung

Die Pflegereform zielt auch auf bessere Löhne für Pflegekräfte. Dafür darf es ab dem 1. September Versorgungsverträge nur noch mit Einrichtungen geben, die nach Tarifverträgen oder in ähnlicher Höhe zahlen. In der Altenpflege mit rund 1,2 Millionen Beschäftigten erhält laut Arbeitsministerium nur knapp die Hälfte Tariflohn.

Zur Finanzierung stieg der Pflegebeitrag für Menschen ab 23 Jahre ohne Kinder zum 1. Januar von 3,3 auf 3,4 Prozent. Der Bund gibt zudem nun jährlich eine Milliarde Euro als Zuschuss in die Pflegeversicherung. (dpa/eku)

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