Schwierige Lebensumstände, fehlende Kommunikation

Werden Migranten in der Corona-Krise vergessen?

28. April 2021 - 17:04 Uhr

Das Problem mit dem "Beamtendeutsch"

Eine Sieben-Tage-Inzidenz von 242 – das ist der aktuelle Wert für Offenbach. Im Vergleich: die hessenweite Inzidenz liegt aktuell bei 175. Mit 64 Prozent hat Offenbach den höchsten Anteil an Migranten in Deutschland. Und sie stehen in der Corona-Pandemie vor einer großen Herausforderung. Nicht nur die beengten Lebensumstände sind schwierig, auch die teils unverständlichen Broschüren sorgen für Probleme. Selbst Muttersprachler verlieren bei den Informationen in "Beamtendeutsch" schnell den Überblick. Unser Reporter hat den Migrationsberater der Stadt Offenbach, Ali Karakale getroffen – mehr im Video.

Kommunikation fehlt

Ein wesentliches Problem für die hohen Infektionszahlen in Offenbach sieht Ali Karakale auch in der fehlenden Kommunikation, vor allem durch die Schließung der Moscheen: "Danach haben sich die Leute getroffen und ausgetauscht. Das gibt's nicht mehr. Die Meisten Migranten sind weniger auf das schriftliche fixiert, sondern auf die Mundpropaganda und wenn sie sich draußen nicht mehr treffen können, dann löst sich das auch auf."

Auch interessant