Taxiunternehmen in der Coronakrise

Helfen Impfungen der angeschlagenen Branche?

11. Mai 2021 - 17:59 Uhr

Putzen, Desinfizieren und auf Kunden warten - der triste Alltag der Taxibranche

Taxiunternehmerin Angela Kase aus Nordenham, Niedersachsen zeigt uns im Video ihren Corona-Alltag: Zwischen dem Sauberhalten ihrer Fahrzeuge und den finanziellen Sorgen der Taxifahrer hat sie auch die vorsichtige Hoffnung, dass durch Impfungen sowohl für ihre Branche als auch der vermehrten Impfungen in der Bevölkerung leere Taxis langsam wieder voller werden.

Das Telefon in der Taxi-Zentrale klingelt seit Monaten nur noch selten

Und wenn doch, bestellen Kunden meist eine Krankenfahrt zum Arzt oder zum Impfzentrum. Auch Schülerfahrten spülen etwas Geld in die Kasse. Die zehn festangestellten Taxifahrer kann Angela Kase glücklicherweise noch bezahlen, für viele Aushilfsfahrer gibt es aber schlicht und ergreifend nichts mehr zu tun. Sie müssen zu Hause bleiben. "Das ist ein ganz schlechtes Gefühl, weil ich ganz genau weiß, dass unsere Angestellten ihre Mieten davon bezahlen müssen. Und die müssen sich Brot kaufen. Und wenn wir keine Aufträge haben, dann können wir uns das nicht mehr leisten."

Taxis haben eine Beförderungspflicht, dürfen aber keinen Coronaaufschlag verlangen

Im Gegensatz zu anderen Branchen dürfen Angela Kase und ihre Kollegen keine Aufschläge verlangen, um fehlende Einnahmen auszugleichen. Denn sie unterliegen einer Tarifpflicht, dürfen also per Gesetz Taxifahrten nicht teurer machen. Und: Sie haben auch bei Ausgangssperren eine Beförderungspflicht, die insgesamt drei Unternehmen aus Nordenham untereinander aufteilen: "Obwohl keine Anrufe kommen muss immer einer präsent sein. Weil wir müssen 24 Stunden, 365 Tage im Jahr erreichbar sein."

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Offener Brief an Ministerpräsident Stephan Weil

Um auf die Situation in der Taxi-Branche aufmerksam zu machen, haben die Unternehmer einen offenen Brief an Ministerpräsident Stephan Weil verfasst. Denn Taxiunternehmer wie Fritz Timm stört so Einiges: "Eben, dass wir die ganzen Unkosten selber tragen müssen. Und uns nie jemand hilft. Und dass anscheinend auch keiner da ist, der bereit ist, uns zu helfen.Und auch unsere Leute im Landkreis melden sich nicht. Seit Corona hat man die nicht mehr gehört. Man weiß gar nicht ob sie noch da sind."

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