Achtung - Die Zecken tauchen jetzt auch im Norden auf

Die Zecke erobert neue Gebiete in Deutschland

9. Mai 2019 - 17:54 Uhr

Der Norden ist auch nicht mehr sicher

Jetzt gibt es erstmals ein FSME-Risikogebiet in Norddeutschland: Im niedersächsischen Landkreis Emsland waren 2018 vermehrt Menschen erkrankt. In Deutschland gab es letztes Jahr überdurchschnittlich viele Menschen die von Zecken gebissen und dann erkrankt sind.  

Mehrere Gebiete im Norden betroffen

Deshalb ist das Emsland auch nicht das einzige neue FSME Risikogebiet. Die vier weiteren neuen Risikogebiete in Sachsen und Bayern grenzen an bestehende Risikogebiete. Weiterhin besteht ein Risiko laut RKI vor allem in Bayern und Baden-Württemberg, in Südhessen, im südöstlichen Thüringen und in Teilen Sachsens. "Es muss sorgfältig beobachtet werden, ob FSME-Naturherde sich nachhaltig in nördlichen und westlichen Regionen Deutschlands etablieren bzw. weiter ausbreiten", schreiben Experten des RKI.

Mit 583 gemeldeten Fällen von Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) wurde der bisherige Höchstwert aus dem Jahr 2006 (546) überschritten. Das geht aus einem aktuellen Bericht des Robert Koch-Instituts (RKI) in Berlin hervor.

Schutzimpfung in Risikogebieten

Das RKI empfiehlt Menschen, die in Risikogebieten Kontakt zu Zecken haben könnten, eine Schutzimpfung. Die FSME-Impfquoten dort seien "nach wie vor unzureichend, um eine starke Zunahme der FSME-Fallzahlen" zu verhindern. Ein Großteil der Erkrankungen könnten mit einer Schutzimpfung vermieden werden. Ganze 98 Prozent der 2018 erfassten FSME-Patienten waren nicht oder nur unzureichend geimpft.

Ab dem Alter von 40 Jahren steigt das Risiko an FSME zu erkranken an. Männer sind dabei gefährdeter als Frauen. ​

Die Folgen einer FSME-Erkrankung

Die Krankheit FSME beginnt mit grippeähnlichen Beschwerden. Bei einigen Betroffenen, kann es nach kurzer Zeit ohne Symptome zu einer zweiten Phase mit Hirnhaut-, Gehirn- oder Rückenmarksentzündung kommen. Bei sehr schweren Verläufen sind Ausfälle mit leichten Lähmungen, Anfallsleiden oder lange andauernden Kopfschmerzen möglich. Nur im Extremfall verläuft die Krankheit tödlich.

Zecken können neben FSME-Viren weitere Erreger übertragen, etwa die von Bakterien verursachte Lyme-Borreliose. Nach einem Zeckenstich bildet sich dann oft ein charakteristischer roter Ring auf der Haut. Weitere Symptome können Muskel- und Gelenkschmerzen sowie Fieber sein. Es gibt Antibiotika gegen die Krankheit. Unbehandelt sind jedoch verschiedene Spätfolgen möglich. Typische Risikogebiete und einen Impfschutz gibt es nicht.

Zecken schnellstmöglich entfernen!

Das RKI empfiehlt, Zecken immer schnellstmöglich zu entfernen und die Wunde zu desinfizieren. Tragen Sie helle, geschlossene Kleidung, wenn Sie sich ins Gras setzen oder in den Wald gehen. Weitere Tipps, wie Sie Zeckenbisse vorbeugen können, finden Sie hier.