Zähne, Ergotherapie, Schwangerschaft

Diese neuen Krankenkassen-Leistungen bringt der Juli

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14. Juli 2021 - 12:04 Uhr

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Das sind mal gute Nachrichten für gesetzlich Versicherte! Seit dem 1. Juli zahlen die gesetzlichen Kassen bei mehr Behandlungen. Davon profitieren unter anderem Menschen mit schwerer Parodontitis, Krebspatienten und werdende Mütter. Außerdem wird der Zugang zu langfristiger Physio- und Ergotherapie erleichtert.

Umfangreicheres Therapieangebot bei schwerer Parodontitis

Seit dem Monatswechsel bekommen Patienten mit schwerer Parodontitis ein umfangreicheres Therapieangebot. Denn hier wurde der Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) erweitert. Konkret bedeutet das: Von Parodontitis Betroffene erhalten jetzt eine systematische Behandlung, die laut Kassenzahnärztlicher Bundesvereinigung (KZBV) dem "aktuellen Stand wissenschaftlicher Erkenntnisse der Zahnmedizin" entspricht.

Eine strukturierte Nachsorge und weitere Behandlungsinhalte werden fortan von der Kasse übernommen. Patienten kommen im Nachgang also häufiger in die Praxis, um den Behandlungserfolg kontrollieren zu lassen, so die KZBV in einer Pressemitteilung.

Zugang zu langfristiger Physio- und Ergotherapie

Auch der Leistungsumfang bei Physio-, Sprach- und Ergotherapie-Maßnahmen wurde seit 1. Juli für viele Patientinnen und Patienten erhöht. Die Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) weist darauf hin, dass ein langfristiger Einsatz dieser Behandlungen auf Kosten der Kassen bei mehr Krankheiten möglich sein wird. Neu dazugekommen sind etwa das Guillain-Barré-Syndrom, eine Erkrankung des peripheren Nervensystems, die Glasknochenkrankheit sowie schwere Verbrennungen und Verätzungen. Die dazugehörigen Verordnungen können, wenn ein längerfristiger Bedarf besteht, auch bei diesen und vier weiteren neu dazugekommenen Diagnosen wiederholt für jeweils zwölf Wochen ausgestellt werden.

Geändert hat sich auch die Höchstmenge an Ergotherapie-Einheiten pro Verordnung bei bestimmten Diagnosen: von maximal 10 auf 20. Damit können nach Angaben des vzbv Patientinnen und Patienten mit schweren chronischen psychischen Erkrankungen in der Regel mit einem Arztkontakt pro Quartal auskommen.

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Rhesusfaktor-Untersuchung in der Schwangerschaft

Eine weitere Verbesserung betrifft Schwangere mit Rhesus-negativer Blutgruppe. Sie können seit dem 1. Juli den Rhesusfaktor ihres Ungeborenen bereits während der Schwangerschaft auf Kosten der Kasse bestimmen lassen. Damit kann eine Behandlung mit Anti-D-Immunglobulinen vermieden werden. Zu der wurde bisher vorsorglich geraten. Bei dem Verfahren, das seit Juli Kassenleistung ist, wird im Labor die DNA des Kindes im mütterlichen Blut analysiert und so der Rhesusfaktor des Ungeborenen ermittelt.

LESE-TIPP: Diese Schwangerschafts-Untersuchungen sind wirklich notwendig

Zu einer Blutgruppen- oder Rhesusunverträglichkeit während der Schwangerschaft kann es kommen, wenn die Blutgruppe bzw. der Rhesusfaktor von Mutter und Kind nicht zueinander passen. Die schwerwiegendsten Folgen können entstehen, wenn eine Rhesus-negative Frau ein Rhesus-positives Kind erwartet.

Konservierung von Sperma und Eizellen bei Krebspatienten

Eine Folge von Krebstherapien kann der Verlust der Fruchtbarkeit sein. Spermien und Eizellen können aber vor einer Therapie eingefroren werden, um sich den Kinderwunsch doch noch zu erfüllen, durch eine künstliche Befruchtung. Nach Angaben des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) steht diese sogenannte Kryokonservierung allen gesetzlich Versicherten vor einer "potenziell keimzellschädigenden Therapie" zu, also nicht nur Krebspatientinnen und Krebspatienten.

Frauen haben bis zum vollendeten 40. Lebensjahr Anspruch auf die Kostenübernahme, Männer bis zum vollendeten 50. Lebensjahr. Ein rückwirkender Anspruch besteht allerdings nicht, teilt der Krebsinformationsdienst mit. Gut zu wissen für Betroffene: Wenn mit der Kryokonservierung vor dem 1. Juli schon begonnen wurde, kommt die Kasse seit 1. Juli zumindest für die weiteren Kosten auf. (ntv/ija)