Struktur der roten Blutkörperchen

Gesundheitslexikon: Blutgruppe

11. April 2019 - 13:29 Uhr

Die Kenntnis Ihrer Blutgruppe kann lebenswichtig sein

Unter der Blutgruppe versteht man die spezifische Beschaffenheit des Blutes bei Menschen und Tieren. Man unterscheidet beim Menschen vier verschiedene Blut-Hauptgruppen: A, AB, B und 0. Sollten Sie jemals eine Bluttransfusion benötigen oder selbst Blut spenden, ist die Kenntnis Ihrer Blutgruppe überaus wichtig. Es sind nämlich nicht alle Blutgruppen untereinander kompatibel. Die Transfusion einer falschen Blutgruppe ist für den Empfänger lebensgefährlich.

Die Blutgruppen der Menschen

Seit der Wiener Arzt Karl Landsteiner im Jahr 1900 das AB0-System der Blutgruppen beschrieben hat, hat sich in der Medizin viel verändert. Er hat beschrieben, warum das Blut der meisten Menschen verklumpt, wenn man es mischt. Der Mensch produziert nämlich bereits während der ersten Lebensjahre Antikörper gegen andere Blutgruppen. Die Blutgruppe A bildet Antikörper gegen die Blutgruppe B aus und umgekehrt. Blutgruppe AB hingegen bildet keine Antikörper und kann daher bei Trägern beider Blutgruppen verwendet werden. Die Blutgruppe 0 bildet Antikörper sowohl gegen Blutgruppe A also auch gegen B.

Der Rhesusfaktor

Zur Ermittlung der Blutgruppe muss der Rhesusfaktor - auch genannt D-Faktor - des Blutes erhoben werden. Das sogenannte Rhesussystem ist nach den Rhesusaffen benannt, bei denen man diesen Faktor ursprünglich entdeckt hat. Es handelt sich beim Rhesusfaktor um ein sogenanntes Erythrozyten-Antigen-System. Das heißt, dass bei Menschen mit einem positiven Rhesusfaktor bestimmte Proteine auf der Zellwand aufsitzen. Das ist bei Personen mit dem Faktor negativ nicht der Fall. Der Rhesusfaktor ist in den meisten Fällen positiv, da er dominant vererbt wird. Nur 15 Prozent aller Menschen sind Rhesus negativ.

Blutgruppenunverträglichkeit und AB0-Kompatibilität

Bei Bluttransfusionen ist die Verträglichkeit des Blutes für den Patienten überlebenswichtig. Wird die falsche Blutgruppe transfusioniert, verklumpen die roten Blutkörperchen, was zu verstopften Arterien führen kann. Meist bedeutet dies das Todesurteil für den Patienten. Was den Rhesusfaktor betrifft, so wird auch hier meist der identische Rhesusfaktor bei Transfusionen verwendet. Da es jedoch weitaus weniger Rhesus-negativ-Konserven gibt, ist dies nicht immer möglich. Im Falle von Transfusionen mit Rhesusfaktor positiv bei Patienten mit Rhesusfaktor negativ kann dies zu Komplikationen führen, weshalb solche Transfusionen insbesondere bei Schwangerschaften vermieden werden.

Bestimmung und Verteilung der Blutgruppen

Die Blutgruppe wird vom Arzt oder bei der Blutspende durch einen Bluttest bestimmt. Im Internet beziehungsweise in Apotheken sind Sets erhältlich, um die Blutgruppe selbst zu testen. Eine Möglichkeit zur Eingrenzung der eigenen Blutgruppe ist die Bestimmung der Blutgruppe der Eltern, da sie dominant-rezessiv vererbt wird. Die Verteilung der Blutgruppen ist überaus unterschiedlich. Generell kommen die Blutgruppen 0+ und A+ weltweit mit jeweils 25 bis 40 Prozent am häufigsten vor. Besonders selten hingegen sind die Blutgruppen B- und AB-. Auch von Land zu Land gibt es große Unterschiede. Während in Deutschland beispielsweise die Gruppe A+ mit 27 Prozent dominiert, ist in China die Blutgruppe 0+ mit 47 Prozent mit Abstand am weitesten verbreitet.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.