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Nebenwirkungen bei der Pille? Dann kann dieses Lebensmittel schuld sein

Experte klärt auf

Nebenwirkungen bei der Pille? Dann kann dieses Lebensmittel schuld sein

Verhütungsmittel: Verhütungsring und Co. viel gefährlicher als Antibabypille
Es gibt Medikamente, die die Wirkung der Antibabypille beeinträchtigen. Hätten Sie gewusst, dass es sogar Lebensmittel gibt, bei denen Sie vorsichtig sein sollten?

von Vera Dünnwald

Vor knapp 62 Jahren löste die Antibabypille eine echte Revolution aus und verhalf vielen Frauen zur Unabhängigkeit. Noch immer gilt sie als eine der effektivsten Verhütungsmethoden. Die meisten Frauen, die die Pille täglich einnehmen, wissen: Es gibt einiges zu beachten! Nach der Einnahme mit Durchfall auf der Toilette sitzen? Das kann die Wirkung herabsetzen. Aber wussten Sie, dass auch das Essen einer Grapefruit zu Problemen führen kann? Allgemeinmediziner und Medizinjournalist Dr. Christoph Specht erklärt, was dran ist.

Johanniskraut setzt die Wirksamkeit der Pille herab

Johanniskraut: Kapseln und Pflanze
Johanniskraut hat eine beruhigende Wirkung - wird jedoch in Kombination mit der Pille problematisch.
iStockphoto

Wichtig sei es, zu Beginn die verschiedenen Funktionen der Antibabypille zu durchleuchten, erklärt Dr. Specht im RTL-Interview: „Die Antibabypille soll als Hormonpräparat zunächst einmal zwei Dinge tun, die positive Wirkungen haben: Sie soll Schwangerschaften verhindern und darüber hinaus auch noch so wenig Nebenwirkungen haben, wie nur geht.“

Viele Frauen, die die Antibabypille einnehmen, wissen: Wenn sie krank sind und Antibiotika einnehmen, setzt dass die Wirksamkeit ihrer Wahl-Verhütungsmethode herab. Wichtig ist es dann, den restlichen Zyklus zusätzlich mit einem Kondom zu verhüten, sollte man eine Schwangerschaft in jedem Fall unterbinden wollen.

Auch dass die Einnahme von Johanniskraut die Pille unwirksam machen kann, wissen die meisten: „Nehmen Frauen, die die Pille nehmen, zusätzlich Johanniskraut ein, ist die Hauptwirkung der Pille – sprich das Verhindern von Schwangerschaften – nicht mehr da beziehungsweise wird reduziert“, sagt der Allgemeinmediziner. Das liege daran, dass ein Enzym im Johanniskraut dafür sorgt, dass der Hauptwirkstoff der Antibabypille zu schnell abgebaut wird. Man spreche in diesem Fall aber nicht von einer Nebenwirkung: „Dass die Pille durch Johanniskraut unwirksam wird, ist keine klassische Nebenwirkung. Man spricht eher von einem Verlust der Wirkung.“

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Weshalb die Bitterstoffe in Grapefruits problematisch sein können

Eine Frau hält eine Grapefruit in der Hand.
Auch beim Verzehr von Grapefruits und der Pille kann es zu Wechselwirkungen kommen.
JULYA SAVCHENKO, CoffeeAndMilk

Zugegeben: Dass das Verspeisen einer Grapefruit dazu führt, dass die Pille weniger wirksam ist, klingt nach einem Mythos. Ein bisschen was ist allerdings dran.

Bei der orangefarbenen Frucht werde zwar nicht direkt die Wirksamkeit der Antibabypille herabgesetzt, aber der Bitterstoff kann Probleme machen, wie Dr. Specht erklärt: „Wenn Sie Grapefruitsaft trinken und die Pille nehmen, müssten Sie sich an sich keine Sorgen machen.“ Aber: „Der Bitterstoff aus dem Obst wird umgewandelt. Und dieser umgewandelte Stoff kann dann dazu führen, dass das Östrogen in der Pille sich vermehrt. Diese höhere Konzentration führt dann zu vermehrten Nebenwirkungen, wie zum Beispiel zu Brustspannungen.“

Der Mediziner erklärt, dass man insgesamt bei der Einnahme der Antibabypille zwischen „Hauptwirkung reduzieren und Nebenwirkungen erhöhen“ unterscheiden müsse. Nicht immer werde die Hauptwirkung – also das Verhindern einer Schwangerschaft – reduziert, aber es könne durchaus sein, dass es zu mehr Nebenwirkungen kommen kann – wie im Falle der Grapefruit. Prinzipiell gelte allerdings: „Alles kann passieren – muss aber nicht.“

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