Pflanzenmilch, Bio-Siegel und Co.

Nachhaltigkeitsmythen: An welchen Mythen ist wirklich was dran?

07. Oktober 2021 - 18:46 Uhr

Wir gehen den Nachhaltigkeitsmythen auf den Grund

Dass jeder von uns durch nachhaltige Entscheidungen einen positiven Beitrag zum Klimawandel leisten kann, das dürfte mittlerweile jeder verstanden haben. Aber trotzdem scheinen auch noch viele nicht zu wissen, was denn eigentlich wirklich nachhaltig ist und was nicht. Auch wir haben uns im Rahmen der Themenwoche "Packen wir's an" gefragt, was dran ist an den Nachhaltigkeitsmythen. Ist Pflanzenmilch wirklich klimafreundlicher als Kuhmilch? Und sind Bio-Produkte ein Garant für Nachhaltigkeit?

Experte Rolf Peters hat diese und noch weitere Mythen für uns eingeordnet. Im Video klärt er uns unter anderem darüber auf, ob Pflanzenmilch wirklich besser fürs Klima ist und ob das Bio-Siegel was mit Nachhaltigkeit zu tun hat.

Weitere Nachhaltigkeitsmythen

Ein nachhaltiges Leben ist teuer.

Dieser Mythos stimmt nicht unbedingt. Dadurch, dass man zum Beispiel saisonale Produkte kauft, welche dann nicht noch aus einem anderen Land teuer importiert werden müssen, spart man Geld. Auch nachhaltiges Shoppen kann Geld sparen. Heutzutage gibt es viele Second-Hand-Plattformen auf denen man günstig und nachhaltig Kleidung kaufen kann. Nachhaltig ist auch, "Abfälle" wiederzuverwenden und so Geld für zum Beispiel Dünger aus dem Fachmarkt zu sparen.

Das Kurzwaschprogramm der Waschmaschine ist nachhaltig.

Dieser Mythos stimmt nicht. Denn für ein solches Kurzwaschprogramm muss die Maschine sehr viel Energie aufbringen, damit sie in kurzer Zeit das gleiche Ergebnis erzielen kann, das sie sonst in einem längeren Waschgang erzielt. Hierbei wird viel CO2 freigesetzt und das schadet der Umwelt. Wenn man klimaschonend waschen möchte, dann kann man dafür ein spezielles Eco-Programm nutzen. Diese dauern zwar etwas länger aber sind dafür schonender für die Umwelt.

Und dann wäre da noch der Lieblingsmythos rund um die Papiertüte

Sind Papiertüten oder Stoffbeutel wirklich besser als Plastiktüten?

Der Experte hat uns verraten, dass dieser Mythos nicht unbedingt stimmt! Wir waren darüber ganz schön verwundert. Es sei nämlich so, dass Plastikbeutel zwar weniger gut abgebaut werden können, aber dafür habe die Papiertüte eine umso schlechtere Klimabilanz was die Herstellung angeht. Die benötige nämlich deutlich mehr Energie und Wasser. Außerdem sei eine Plastiktüte durch ihre Beschaffenheit langlebiger als eine Papiertüte.

Ähnliches gilt übrigens auch für den Stoffbeutel. Auch er benötigt in der Herstellung sehr viel Wasser. Und das liegt an der Ressource, aus der er hergestellt wird – der Baumwolle. Wenn Baumwolle angebaut wird, muss sie mit großen Mengen bewässert werden. Auch in der weiteren Herstellung stößt eine Baumwolltasche mehr Kohlendioxid aus, als eine Plastik- oder Papiertüte. Natürlich ist es dennoch lohnend, wenn man einen Stoffbeutel kauft. Diesen muss man aber dann zwischen 20 und 100 Mal verwenden, damit er sich lohnt. Über die genaue Anzahl sind sich Studien noch nicht einig. (vho)