Nach Mordanschlag in Amsterdam

Niederländischer Kriminalreporter Peter de Vries ist tot

15. Juli 2021 - 18:23 Uhr

Reporter erliegt seinen schweren Verletzungen

Der niederländische Kriminalreporter Peter R. de Vries ist gestorben. Das bestätigte seine Familie. Der 64-Jährige war am 6. Juli mitten in Amsterdam niedergeschossen und lebensgefährlich verletzt worden. "Peter hat gekämpft bis zum Ende, aber er konnte den Kampf nicht gewinnen", heißt es in der Erklärung der Angehörigen. Kollegen und Politiker reagierten bestürzt.

Steckt die marokkanische Mafia hinter dem Anschlag?

Aktuell führt die Spur zur marokkanischen Mafia. Ein Angreifer hatte am Dienstag vergangener Woche nach der Aufzeichnung einer Fernsehsendung über einen Banden-Prozess auf de Vries geschossen, als der gerade ein Fernsehstudio verließ. Der Reporter war auch Berater eines der Kronzeugen in dem Verfahren.

Peter de Vries hatte sich als Investigativ-Journalist im Milieu der Organisierten Kriminalität einen Namen gemacht. Zwei Männer, ein 35-jähriger Pole mit Wohnsitz im Ort Maurik im Südosten des Landes, sowie ein 21 Jahre alter Rotterdamer waren kurz nach der Tat festgenommen worden. Einer von ihnen soll der Schütze sein.

Blumen für Peter de Vries in Amsterdam
Menschen in Amsterdam haben Blumen für den Reporter niedergelegt.
© imago images/ANP, via www.imago-images.de, www.imago-images.de

Erst am Dienstag hatten sich die Kinder von Peter de Vries live im niederländischen Fernsehen geäußert. "Danke für die wunderbar schönen Worte, Blumen, Karten und Kerzen, die du für unseren Vater anzündest", so Tochter Kelly über die Welle der Solidarität für ihren Vater.

Zudem sagte sie: "Wir wissen, dass er in sehr guten Händen ist und die Ärzte und Schwestern einen fantastischen Job machen."

Ein Freund und langjähriger Wegbegleiter las aus einem Brief von de Vries' Lebensgefährtin vor. ""Alles, was mein lieber Peter tut, tut er mit Liebe und Hingabe", zitierte er daraus.

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Trauer und Entsetzen über Anschlag auf Peter de Vries in den Niederlanden

Die Bestürzung über den Mordanschlag auf den Journalisten war riesig, auch das niederländische Königshaus äußerte sich entsetzt. ""Gestern ist unser schlimmster Albtraum wahr geworden", twitterte der Sohn des Reporters kurz nach dem Anschlag. Die Tat gilt als Anschlag auf die freie Berichterstattung der Presse.

De Vries war fast 30 Jahre lang der führende Kriminalreporter der Niederlande und war oft auch als Sprecher von Opfern oder Zeugen bei Prozessen aufgetreten. Regelmäßig war er Gast bei TV-Talkshows. International bekannt wurde der Reporter 1987 mit seinem Bestseller über die Entführung des Bierbrauers Freddy Heineken. 2008 gewann er einen Emmy Award für seine Reportagen über den Fall von Natalee Holloway. Die Amerikanerin war 2005 auf Aruba verschwunden und vermutlich von einem Niederländer getötet worden. (dpa/Reuters/swi/jgr)