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Nach Brandbrief von Tönnies: Ist jetzt Schluss mit Billigfleisch?

Auch diese Unternehmen schlagen Alarm

Nach Brandbrief von Tönnies: Ist jetzt Schluss mit Billigfleisch?

Fleischwaren in einem deutschen Discounter.
Weil das Fleisch knapp werden könnte, rechnet die Lebensmittelindustrie mit steigenden Kosten.
www.imago-images.de, imago images/Geisser, MANUEL GEISSER via www.imago-images.de

Die Folgen des Ukraine-Krieges stellen auch die deutsche Fleischindustrie vor große Herausforderungen. Immer mehr Branchengrößen wollen deshalb mehr Geld für ihre Produkte. Auch der Marktführer Tönnies hat bereits reagiert. In einem Brandbrief, der RTL vorliegt, wendet sich Geschäftsführer laut RTL-Informationen an die Lebensmittel-Einzelhändler. Grund dafür: Die Kosten seien so extrem gestiegen, dass eine Versorgung des deutschen Marktes mit Fleisch schon an Ostern nicht mehr möglich sein könnte. Laut Tönnies ist jetzt Schluss mit Billig-Fleisch.

Wursthersteller warnt: Weltpolitische Ereignisse führen zur Kostenexplosion

Fleisch und Wurstwaren könnten in Deutschland bald teurer werden. Immer mehr große Fleisch- und Wurstwarenhersteller fordern angesichts der Auswirkungen des Ukraine-Krieges vom Einzelhandel Preiserhöhungen. Deutschlands zweitgrößter Fleischverarbeiter Vion teilte am Freitag mit: „Insbesondere aufgrund der anhaltend hohen und weiter steigenden Energiekosten bei der Strom-, Gas- und Treibstoffversorgung in den Bereichen der Produktion und Lebensmittellogistik sind wir schlichtweg gezwungen, für alle Lieferungen an unsere Kunden von kommender Woche an auf den Rechnungen einen Zuschlag in Höhe von 5,2 ct/kg (netto) zu erheben.“

Fast alle Branchengrößen schlagen Alarm. Der zweitgrößte deutsche Wursthersteller The Family Butchers (TFB) klagte in einer Anzeige im Branchenfachblatt „Lebensmittel Zeitung“, der Umbruch in der Branche und die weltpolitischen Ereignisse führten zu einer Kostenexplosion bei den deutschen Wurst- und Schinkenproduzenten. Dies sei für viele Betriebe existenzbedrohend. Diese Herausforderung könnten Handel und Hersteller nur gemeinsam bewältigen. Notwendig sei ein faires Miteinander. „Dies gilt insbesondere, wenn es um Preisanpassungen geht, die notwendig sind, um als Erzeuger und Produzent die Kostenkrise überstehen zu können“, betonte das Unternehmen.

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Rohstoffpreise in nie gekannter Größenordnung angezogen

Marktführer Tönnies erklärte, schon die vergangenen Monate seien wegen der Corona-Krise und anderer Probleme nicht einfach gewesen, doch führe „der Krieg in der Ukraine mit all seinen Folgen sowie der parallel explodierende Schweinepreis zu existenzbedrohenden Szenarien in der Fleischwirtschaft“. Auch die Nummer 3 unter Deutschlands Fleischverarbeitern, Westfleisch, klagte in dieser Woche bereits, dass im Zuge des Kriegs die Rohstoffpreise in nie gekannter Größenordnung angezogen hätten. Zuvor hatten die „Lebensmittel Zeitung“ und das „Westfalen-Blatt“ über die Alarmrufe der Branche berichtet.

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Schon am Mittwoch warnten die Landwirtschaftsminister von Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen, Bayern, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt, dass die Agrarbetriebe unter der Verknappung und dem Preisanstieg bei Mineraldünger und Treibstoffen litten. Die Landwirte müssten die höheren Kosten an die Abnehmer und damit letztlich an die Verbraucher weiterreichen können. (dpa/vdü)