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Nach 20 Jahren Flucht: Mafiaboss geht Polizei ins Netz - gesuchter Mörder bei Google Maps entdeckt

Ermittlungen wegen Mordes und Drogenhandels

Nach 20 Jahren Flucht: Mafiaboss geht Polizei ins Netz - gesuchter Mörder bei Google Maps entdeckt

Italienische Mafiajäger erkannten Gioacchino Gammino zufällig auf diesem Foto auf Google Maps..
Italienische Mafiajäger erkannten Gioacchino Gammino zufällig auf diesem Foto auf Google Maps..
Google Maps

Mafioso arbeitete als Koch in einem sizilianischen Restaurant

Der Mafioso Gioacchino Gammino ist den italienischen Ermittlern nach 20 Jahren Flucht ins Netz gegangen, weil sie ihn auf einem Google Maps Foto wiedererkannt haben. Auf dem steht er vor einem Obst- und Gemüsestand. Die Polizei konnte ihn aufgrund einer Narbe am Kinn als den Gesuchten identifizieren. Am 17. Dezember 2021 griffen die spanischen Behörden zu.

Gammino lebte und arbeitete als "Manuel" in Galapagar

Wie ein Sprecher der Anti-Mafia Polizei jetzt erklärte, konnten die Italienischen Fahnder den sizilianischen Mafiaboss vor seiner Festnahme offenbar auch dank des Internet-Kartendienstes von Google ausfindig machen. Die Ermittler hatten den 61-Jährigen auf einem „Streetview“-Bild aus der spanischen Kleinstadt Galapagar nordwestlich von Madrid entdeckt, die ihn vor dem Obst- und Gemüsestand „El huerto de Manu“ im Gespräch mit einem anderen Mann zeigt.

Unweit des Geschäfts befand sich das laut der britischen „BBC“ inzwischen geschlossene Restaurant „Cocina de Manu“, das sizilianische Küche als Highlight anbietet - ein Hinweis für die Beamten. In den sozialen Medien hatte das Lokal der Zeitung „La Repubblica“ zufolge ein Foto des Kochs gepostet und tatsächlich: An einer Narbe am Kinn erkannten die Ermittler, dass es sich um den Gesuchten handelte, der nach Angaben der „BBC“ unter dem falschen Namen Manuel in dem Ort lebte und arbeitete. Damit konnten sie schließlich die verpixelte Person auf der Google-Street-View-Abbildung identifizieren. Die Polizei hatte ihn nach zwei Jahren Ermittlungsarbeit bereits in Galapagar vermutet, das Google-Foto brachte schließlich den entscheidenden Hinweis und sei den Ermittlern zufolge der Schlüssel zum Erfolg bei der Suche nach dem Flüchtigen gewesen.

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Gioacchino Gammino verdutzt: „Wie haben Sie mich gefunden?

Gammino war zuvor fast 20 Jahre auf der Flucht und wegen Mafiavereinigung, Mordes und Drogenhandels gesucht worden. In Italien erwartet ihn nun eine lebenslange Freiheitsstrafe. Er gehörte zur sizilianischen Mafia „Stidda“, einer Gegenorganisation zur bekannteren „Cosa Nostra“. Die Justiz hatte den Boss schon zeitweise hinter Gitter gebracht, wegen Mordes saß er lebenslänglich ein. Im Jahr 2002 floh er allerdings während Dreharbeiten aus dem berüchtigten Hochsicherheitsgefängnis Rebibbia in Rom. Er hatte sich unter die Komparsen gemischt und war am Ende des Drehtages durch den Haupteingang des Gefängnisses in die Freiheit spaziert.

Dass ihn die Polizei schließlich in Spanien fand, überraschte ihn wohl. Dem Polizei-Sprecher zufolge soll er gesagt haben: „Wie haben Sie mich gefunden? Ich habe seit 10 Jahren nicht einmal meine Familie angerufen.“ Gammino befindet sich in Spanien in Haft, die italienischen Behörden hoffen, ihn bis Ende Februar nach Italien überführen zu können, sagte Nicola Altiero, der stellvertretende Direktor der italienischen Anti-Mafia-Polizeieinheit, der Nachrichtenagentur Reuters. (dpa/ cwa)