Ja'bari kam fast ohne Haut zur Welt

Mutter darf Baby 10 Monate nach der Geburt endlich berühren

11. Oktober 2019 - 18:17 Uhr

Künstlich gezüchtete Haut rettete Ja’bari das Leben

Als Ja'bari Gray Anfang des Jahres per Kaiserschnitt geboren wurde, schwieg der gesamte Kreissaal. Bis auf den Kopf und Teile der Beine fehlte dem Baby die komplette Haut. Er konnte nicht selbstständig atmen, seine Überlebenschancen waren verschwindend gering. Doch heute, nach zehn Monaten, haben er, seine Familie und die Ärzte das Unmögliche geschafft: Ja'baris Körper ist zu 100 Prozent mit Haut bedeckt – und seine Mutter darf ihn nicht nur zum ersten Mal richtig berühren, sondern auch endlich nach Hause holen. Was Priscilla Maldonado im wohl glücklichsten Moment ihres Lebens fühlte, schildert sie im Video.

Das größte Organ des Menschen fehlte

Ja'bari heißt übersetzt Kämpfer – einen besseren Namen könnte dieser kleine Junge aus Houston, Texas (USA) nicht haben. Seine Haut hatte sich im Mutterleib nicht ausgebildet, das größte Organ des Menschen bedeckte nur Teile seiner Beine und seinen Kopf, an dem seine Augenlider verwachsen waren. Ein extremer Fall der sogenannten Aplasia cutis, eine Krankheit, die in den USA vorher nur zweimal vorgekommen war.

Endlich kann Mama Priscilla ihr Baby im Arm halten

Die Ärzte baten Priscilla damals, sich auf das Schlimmste vorzubereiten, doch Ja'bari gab nicht auf. Das Baby wurde monatelang auf der Intensivstation behandelt. Weil seine Krankheit so selten ist, orientierten sich die Mediziner dabei an den Maßnahmen für schwerverletzte Brandopfer. Doch für die lebenswichtige Transplantation war kein Organspender nötig: Mit einer Biopsie seiner eigenen Haut an den Beinen züchtete das Krankenhaus im Labor genug davon heran, um sie schließlich auf den Körper des Kleinen zu verpflanzen. So war es nach zehn langen, schweren Monaten endlich so weit: Priscilla durfte zum ersten Mal ihr Baby im Arm halten, es berühren und streicheln.

Weitere Operationen sollen normales Leben ermöglichen

Heute ist Ja'baris Körper zu hundert Prozent von Haut bedeckt – ein riesiger medizinischer Erfolg, den bei seiner Geburt niemand für möglich gehalten hätte. Auch die künstliche Beatmung, auf die der zehn Monate alte Junge angewiesen war, konnte inzwischen eingestellt werden. Im Verlauf seiner Behandlung sind zwar seine Augenlider und Arme, seine rechte Hand, der rechte Fuß und der Hals verwachsen, und Ja'bari wird weitere Operationen durchstehen müssen, um die Körperteile zu trennen. Doch er lebt – und endlich darf ihm seine Familie die große Liebe, die sie für ihn empfindet, auch mit Berührungen zeigen.