Mönchengladbach: Dominik (†17) mit 30 Messerstichen von Freund erstochen

11. Februar 2015 - 15:25 Uhr

Festnahme wegen Mordverdacht: 20 Jähriger gesteht, nennt aber kein Motiv

Der aufsehenerregende Tod des 17-jährigen Dominik aus Mönchengladbach ist offenbar aufgeklärt: Ein vorbestrafter 20 Jahre alter Gewalttäter ist wegen Mordes an einem Schüler verhaftet worden. Er habe gestanden, seinen 17 Jahre alten Freund auf einem stillgelegten Werksgelände von hinten angegriffen und erstochen zu haben, berichteten Polizei und Staatsanwaltschaft bei einer Pressekonferenz. Die Leiche wies mehr als 30 Stichverletzungen auf.

"Ich habe meinen besten Freund getötet", habe der als Intensivtäter bekannte Mann ausgesagt. Ein Motiv für die Tat habe er auf Anraten seines Anwalts nicht genannt.

Der Verdächtige wurde anhand von Fingerabdrücken ermittelt. Die Leiche des Opfers war vor gut einer Woche auf einem stillgelegten Werksgelände entdeckt worden.

Der Fall machte Schlagzeilen, weil per WhatsApp von Unbekannten Bilder von Dominiks Leiche verbreitet worden waren. Auch die Eltern des Jugendlichen bekamen die grausamen Fotos zugeschickt.

Täter wegen Raub, Körperverletzung, Diebstahl, Sachbeschädigung und Drogendelikten polizeibekannt

Nach dem Urheber wird gesucht. Er hatte die Leiche offenbar als erster entdeckt und fotografiert, anstatt die Polizei zu alarmieren. Lehrer mehrerer Schulen hatten sich an die Polizei gewandt, weil Schüler die verstörenden Fotos des Opfers via WhatsApp auf ihre Handys gespielt bekamen. Die Polizei kritisierte die zahlreichen Smartphone-Besitzer, die das Foto weiterverbreitet hatten. Ihr Verhalten sei strafbar.

Wenige Meter von der Leiche entfernt hatten die Ermittler die Tatwaffe, ein Küchenmesser mit etwa zehn Zentimeter langer Klinge, entdeckt, den Fund aber zunächst aus taktischen Gründen verschwiegen. Der Verdächtige habe später eingeräumt, es auf der Flucht verloren zu haben. Auf dem Messer und am Tatort fanden sich DNA-Spuren des Verdächtigen, dessen DNA-Profil bereits in der bundesweiten Datenbank gespeichert war.

Der 20-Jährige ist der Polizei bestens bekannt, Raub, Körperverletzung, Diebstahl, Sachbeschädigung und Drogendelikte stehen in seiner Akte. Nach einem Raubüberfall auf eine Seniorin auf einem Friedhof war er zu einem Jahr Haft verurteilt worden. Einen Teil der Strafe hatte er abgesessen und war auf Bewährung freigelassen worden. Während des Mordes stand er noch unter Bewährung.