Baerbock geht für die Grünen ins Rennen

Die grüne K-Kandidatin Annalena Baerbock: Kann sie Kanzlerin?

20. April 2021 - 9:32 Uhr

Zustimmung des Parteitags gilt als sicher

Annalena Baerbock wird Kanzlerkandidatin der Grünen. Das haben Robert Habeck und Annalena Baerbock am Montag verkündet. Die endgültige Entscheidung fällt auf dem Grünen-Parteitag vom 11. bis 13. Juni. Die Zustimmung gilt aber als sicher.

Aber, wer ist eigentlich Annalena Baerbock und welche Pläne hat sie?

VIDEO: RTL-Reporter Philipp Sandmann ordnet die Kandidatur ein

Was spricht gegen Baerbock als Merkels Nachfolgerin?

Auch wenn Annalena Baerbock in der Politik- und Medienblase mittlerweile bekannt ist, so stellen sich viele Bürger im Land immer noch die Frage: Wer ist das eigentlich?

Eine noch nicht so große Bekanntheit muss nicht unbedingt ein Nachteil sein. Schließlich kann Baerbock ihre Geschichte jetzt noch selbst schreiben und formen. Trotzdem: Sollte sie gegen einen bekannten Ministerpräsidenten wie Markus Söder (CSU) antreten, dann wäre der Weg ins Kanzleramt kein leichter.

Und während Baerbock im Vergleich zu ihrem unterlegenem Mitbewerber Robert Habeck die deutlich überlegtere Politikerin ist, so macht auch sie – wie jede Politikerin und jeder Politiker – Fehler.

In einer Pressekonferenz hatte Baerbock im Sommer 2019 mal einen Zusammenhang zwischen den Zitteranfällen der Bundeskanzlerin und dem Klimawandel hergestellt. Sie sagte damals mit Blick auf die heißen Temperaturen: "Auch bei der Bundeskanzlerin wird deutlich, dass dieser Klimasommer gesundheitliche Auswirkungen hat." Wenig später entschuldigte sich Baerbock für die Äußerungen.

So ist Annalena Baerbock privat

Was spricht für Baerbock?

Annalena Baerbock ist 40 Jahre alt, verheiratet und Mutter von zwei Töchtern. Sie ist so etwas wie die moderne, junge Politikerin, die Familie und Karriere kombinieren kann. Das ist auch gut so. Und es spricht sehr für Baerbock, dass sie sich nicht von kritischen Stimmen beeindrucken lässt, sie würde ihren Job vor ihre Kinder stellen.

Seit 2005 ist sie Mitglied von Bündnis 90/Die Grünen. 2005 war auch das Jahr, in dem Baerbock an der renommierten Londoner Universität "London School of Economics" ihren Master in Völkerrecht absolvierte. Bereits im Alter von 16 Jahren machte Baerbock ein Austausch-Jahr in den USA. Die Grünen-Chefin spricht also gutes Englisch – das unterscheidet sie schon mal zu vielen anderen Politikern in Deutschland und könnte ein großer Pluspunkt für Verhandlungen auf dem internationalen Parkett sein.

Der größte Pluspunkt für die Grünen derzeit sind die aktuellen Umfragewerte der Grünen. Ganz offensichtlich haben die Grünen es geschafft, ihre Unterstützung auf einem konstant hohen Niveau zu halten. Das wird sich auch nicht mit Baerbock als Kandidatin ändern. Im Gegenteil:

Die Grünen haben nach den Worten von Forsa-Chef Manfred Güllner mit der Nominierung von Annelena Baerbock zur Kanzlerkandidatin eine gute Wahl getroffen. "Die Aussichten bei der Bundestagwahl sind für die Grünen mit Baerbock vielleicht ein bisschen besser geworden", sagt er der Nachrichtenagentur Reuters. "Sie spricht stärker die weiblichen und jungen Wähler an. Hier könnten die Grünen mit ihr stärker punkten." Sie stehe für einen modernen Politikstil. "Das ist sicherlich unter den aktuellen Rahmenbedingungen eine richtige Entscheidung."

Die Union dürfte zumindest in diesem Aspekt mit etwas Neid auf die Harmonie bei den Grünen schauen…

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