K-Frage bei den Grünen entschieden

Annalena Baerbock will das Kanzleramt im September grün streichen

Annalena Baerbock wird Kanzlerkandidatin der Grünen "Heute beginnt für die Partei ein neues Kapitel"
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"Heute beginnt für die Partei ein neues Kapitel"
Annalena Baerbock wird Kanzlerkandidatin der Grünen

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Entscheidung gefallen! Annalena Baerbock wird Kanzlerkandidatin der Grünen

Während in der Union ein erbitterter Machtkampf um die Kanzlerkandidatur tobt, haben sich die Grünen am Montagmorgen völlig geräuschlos auf eine Kandidatin geeinigt: Annalena Baerbock. Die 40-Jährige hat sich intern gegen Robert Habeck durchgesetzt und wird die Partei in den Bundestagswahlkampf führen.

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Grünen wollen mit Annalena Baerbock erstmals ins Kanzleramt ziehen

Der Parteivorstand der Grünen hat Annalena Baerbock am Montag für den Spitzenposten nominiert, nachdem sich beide Kandidaten vorher untereinander geeinigt haben. Die endgültige Entscheidung fällt dann auf dem Grünen-Parteitag vom 11. bis 13. Juni. Die Zustimmung gilt aber als sicher.

Die Grünen haben sich angesichts der seit 2018 hohen Umfragewerte erstmals für eine Kanzlerkandidatur entschieden. Derzeit sind sie mit mehr als 20 Prozent zweitstärkste Kraft hinter der CDU/CSU und vor der SPD. Baerbock ist damit bei der 20. Bundestagswahl seit 1949 erst die zweite Frau nach Angela Merkel, die sich für das höchste Regierungsamt bewirbt.

Annalena Baerbock war inhaltlich stärker

Baerbock und Habeck waren am Samstag von ihren Heimatverbänden für die Bundestagswahl nominiert worden. Die Brandenburger Grünen machten Baerbock mit 106 von 109 Delegiertenstimmen auf einem Landesparteitag zu ihrer Spitzenkandidatin. Robert Habeck wurde von den Kreisverbänden Flensburg und Schleswig-Flensburg im Norden Schleswig-Holsteins mit 72 von 73 Stimmen als Direktkandidat nominiert. Auf der Landesliste tritt er auf Platz 2 an.

Anders als bei CDU und CSU hat es bei den Grünen keine größere, öffentliche Diskussionen über die Kandidatenkür gegeben, was sehr ungewöhnlich für die einst so streitlustige Partei ist. In Umfragen lag die 40-jährige Baerbock bei den Sympathiewerten bisher hinter dem 51-jährigen Habeck, hat in den vergangenen Monaten aber aufgeholt. Habeck hat als Agrarminister und Vize-Ministerpräsident schon Regierungserfahrung in Schleswig-Holstein gesammelt. Das hat Baerbock nicht, gilt dafür als inhaltlich stärker.