RTL News>Gesundheit>

Mehr Impfstoff als erwartet: Hausärzte impfen ab Ende April nur mit BioNTech/Pfizer gegen Corona

Mehr Impfstoff als erwartet

Hausarztpraxen impfen Ende April ausschließlich mit Biontech/Pfizer

ARCHIV - 30.03.2021, Baden-Württemberg, Pforzheim: Nicola Buhlinger-Göpfarth (r), Fachärztin für Allgemeinmedizin, impft in ihrer Praxis eine Patientin gegen das Coronavirus. Dabei wird der Impfstoff von Biontech/Pfizer genutzt. (zu dpa: «Hausärzte i
Die Hausarztpraxen impfen in der letzten Aprilwoche ausschließlich mit dem Impfstoff des Herstellers Biontech/Pfizer.
cdt ses alf, dpa, Christoph Schmidt

Impfstoff AstraZeneca rückt in den Hintergrund

Die niedergelassenen Ärzte in Deutschland sollen in der kommenden Woche 500.000 Impfdosen mehr erhalten als zunächst geplant. "Ursprünglich sollten in der letzten Aprilwoche rund 1,5 Millionen Impfstoff-Dosen an die Praxen gehen, davon drei Viertel Biontech und ein Viertel AstraZeneca", heißt es einer Mitteilung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) an die Praxen, aus der die Zeitung "Rheinische Post" (Dienstagausgabe) vorab berichtet. Nun würden zwei Millionen Einheiten geliefert, ausschließlich Impfstoff von Biontech/Pfizer. "Durch die höhere Liefermenge können Vertragsärzte nunmehr 24 bis 48 Dosen für die Woche vom 26. April bis 2. Mai ordern."

​+++ Alle aktuellen Informationen zum Coronavirus finden Sie in unserem Live-Ticker auf RTL.de +++

Hausärzte können Impfstoffe selbst wählen

Das dürfte die Hausärzte freuen. Denn die hatten vergangenen Mittwoch die Impfstoff-Verteilung zwischen Impfzentren und Praxen kritisiert. Weil der unproblematische Impfstoff Biontech überwiegend an die Impfzentren verteilt würde und die Praxen den umstrittenen Impfstoff AstraZeneca bekämen, werde die Impfkampagne „massiv ins Stocken geraten“, sagte Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung. Die Forderung: Auch Hausarztpraxen sollten vorrangig mit dem Impfstoff von Biontech beliefert werden.

Das Bundesgesundheitsministerium wies die Kritik zurück. „Anders als von manchem behauptet, werden die Impfstoff-Lieferungen an die Arztpraxen nicht halbiert“, teilte ein Sprecher mit. Die Impfstoffmenge steigere sich vielmehr stetig. „Außerdem war immer klar, dass nach zwei Wochen die Praxen Impfstoffe unterschiedlicher Hersteller bekommen.“

Trotzdem reagierte die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) schon vergangene Woche und beschloss, dass Hausärzte den Impfstoff für ihre Patienten künftig selbst aussuchen dürfen. "Sie geben auf dem Rezept an, von welchem Impfstoff sie wie viele Dosen benötigen. Dies gilt erstmals für die Woche vom 26. April bis 2. Mai, für die der Bund Vakzine von Biontech und AstraZeneca bereitstellen wird", heißt es in einem Schreiben der KBV, aus dem die "Rheinische Post" zitiert. Die Bestellmenge pro Arzt sei auf 18 bis 30 Biontech-Dosen und zehn bis 50 AstraZeneca-Dosen begrenzt.

Da jetzt genug Biontech Impfstoff zur Verfügung steht, wird in der letzten Aprilwoche auch nur dieser geliefert.