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Mediziner rät zu zweitem Booster vor Oktoberfest

Timing ist alles

Mediziner rät zu zweitem Booster vor Oktoberfest

Bayern, München: Das voll besetzte Hacker-Pschorr-Bierzelt auf dem Oktoberfest. (zu dpa: Mediziner rät zu zweitem Booster vor Wiesn-Besuch - «wachsam bleiben») Foto: Frank Leonhardt/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Der Münchner Infektiologe Christoph Spinner sieht trotz steigender Corona-Zahlen keinen Grund, auf Volksfeste und speziell das Oktoberfest zu verzichten.
le_sei_jan_gr sja sd kno, dpa, Frank Leonhardt

Viele Menschen, viel Alkohol, kaum Abstand: Trotz weiter andauernder Corona-Pandemie soll das Oktoberfest dieses Jahr nach zwei Jahren Pause wieder stattfinden. Eine gute Möglichkeit für Viren wie das Coronavirus, um sich zu verbreiten. Ein Münchner Infektiologe weiß Abhilfe.

"Ich wüsste nicht, warum die Wiesn nicht stattfinden sollte“

Der Münchner Infektiologe Christoph Spinner sieht trotz steigender Corona-Zahlen keinen Grund, auf Volksfeste und speziell das Oktoberfest zu verzichten. „Ich wüsste nicht, warum die Wiesn nicht stattfinden sollte“, sagte Spinner sieben Wochen vor dem geplanten Wiesn-Beginn der Deutschen Presse-Agentur. Er riet aber vor einem Volksfestbesuch zum zweiten Booster. Das Infektionsrisiko sei auf dem Volksfest erhöht.

Im April hatte Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) entschieden, dass das Oktoberfest dieses Jahr (vom 17. September bis 3. Oktober) wieder stattfinden soll. 2021 und 2020 war war das größte Volksfest der Welt mit seinen rund sechs Millionen Besuchern zweimal hintereinander wegen der Pandemie abgesagt worden.

Zweiter Booster zwei bis vier Wochen vor dem Oktoberfest

„Natürlich weisen aktuelle Beobachtungen auf ein erhöhtes Risiko einer SARS-CoV-2-Infektion im Kontext von Volksfestveranstaltungen, wie es auch bei der Wiesn zu erwarten wäre“, sagte Spinner, der Pandemie-Beauftragte des Klinikums rechts der Isar der Technischen Universität München. „Die Optimierung des Impfschutzes, beispielsweise durch einen zweiten Booster zwei bis vier Wochen vor der Wiesn, kann das Infektionsrisiko noch einmal merklich senken.“

Nicht zuletzt grassierte auch früher - bedingt durch die großen Menschenansammlungen und die Enge in den Bierzelten - die sogenannte Wiesn-Grippe: Ärzte registrierten zur Volksfestzeit und danach im Raum München erhöhte Zahlen von grippalen Infekten. (dpa/akr)