Auslastung der Intensivbetten

Mediziner: Lockdown-Lockerung erst bei unter 1.000 Intensiv-Patienten möglich

Covid-Intensivstation
Covid-Intensivstation
© dpa, Marijan Murat, mut alf pil

15. Januar 2021 - 6:51 Uhr

Zu viele Corona-Patienten auf Intensivstationen

Der aktuelle Lockdown soll vor allem eins: Die Zahl der Corona-Patienten, die intensivmedizinisch betreut werden müssen, deutlich verringern. Doch die Maßnahmen zeigen nicht die erhoffte Wirkung. Nun schlagen Mediziner Alarm: Lockerungen seien erst in Sicht, wenn die Zahl der Intensiv-Patienten auf unter 1.000 sinkt. Aktuell liegt sie bei über 5.100.

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"In 11 von 16 Bundesländern ist die Ampel rot"

Eine Lockerung der Corona-Maßnahmen kommt aus Sicht von Intensivmedizinern erst bei bundesweit weniger als 1.000 Covid-19-Intensivpatienten infrage. Krankenhäuser seien trotz leicht sinkender Zahlen vielerorts an ihrer Belastungsgrenze, sagte der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi), Gernot Marx, den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Aktuell werden fast 5.200 Covid-19-Patienten in ganz Deutschland intensivmedizinisch behandelt.

"In Ampelfarben gesprochen: In 11 von 16 Bundesländern ist die Ampel rot, dort gibt es weniger als 15 Prozent freie Intensivbetten", sagte Marx. Lockerungen dürften erst kommen, wenn sich die Lage deutlich entspannt hätte. "Die Zahl der intensivmedizinisch versorgten Covid-19-Kranken muss dafür bundesweit stabil klar unter 1.000 Patienten liegen." Sollte sich die womöglich deutlich ansteckendere Virusmutation ausbreiten, könne Deutschland schnell wieder einen exponentiellen Anstieg der Fallzahlen erleben, warnte er.

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"Sind an einer kritischen Grenze angelangt"

Auch der Chef der Bundespflegekammer, Markus Mai, warnte vor einem weiteren Anstieg der Zahl der Corona-Patienten auf den Intensivstationen. "Wir sind jetzt beim Pflege-Fachpersonal an der kritischen Grenze angelangt und müssen alles dafür tun, damit die Zahl der Intensivpatienten nicht weiter ansteigt. Andernfalls steht für deren Versorgung nicht mehr genügend gut ausgebildetes Personal zur Verfügung", sagte er der "Rheinischen Post".

Die Diskussion über die Impfpflicht für Pflegepersonal bezeichnete Mai als kontraproduktiv. "Wenn wir durch eine Impfpflicht auch nur zehn Prozent des Fachpersonals verprellen würden, fehlt uns dieses dringend benötigte Personal in der direkten Versorgung, in der es ja jetzt schon mehr als eng ist", sagte er der Zeitung.

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