Medizinisches Wunder!

Justus (8) wird zum Sterben entlassen und kämpft sich zurück ins Leben

13. Januar 2022 - 10:40 Uhr

von Teresa Treuheit und Christo Tatje

"Mir geht's richtig gut" - Dass diese Worte aus Justus Mund kommen, ist ganz und gar nicht selbstverständlich. Es grenzt eher an ein Wunder. Der 8-Jährige aus Niedersachsen wird im Oktober 2020 völlig unerwartet aus seinem normalen Leben gerissen. Ärzte diagnostizieren bei ihm ALL - Akute lymphatische Leukämie.

Warum Justus selbst über die schwerste Zeit seines noch so jungen Lebens sagt: "Ich sah aus wie ein paniertes Schnitzel", erzählt der 8-Jährige im Video.

„Sie müssen sofort herkommen. Justus Werte, da stimmt was nicht“

Herbstferien 2020: Justus und seine Familie haben schon Pläne für die freien Tage, doch plötzlich schwillt Justus' Gesicht an und er muss zum Kinderarzt. Erste Diagnose: Eine Augenentzündung. Nach einer Woche ist die Schwellung immer noch nicht weg, Justus muss erneut zum Arzt. Er bekommt Blut abgenommen, keine drei Stunden später kommt der Anruf: "Sie müssen sofort herkommen. Justus' Werte, da stimmt was nicht", erzählt Justus' Mutter Telja Fänrich im RTL Nord Interview. "Dann ging es ratzfatz. Wir kamen da an, dann wurde nochmal neu Blut abgenommen. Dann war ganz schnell die Diagnose gestellt: ALL. Akute lymphatische Leukämie", so Justus' Mutter weiter.

Justus: "Mama hat mir gesagt ich habe Blutkrebs"

Ein Schock für alle, besonders Justus tut sich schwer, zu verstehen was los ist: "Mama hat mir irgendwie gesagt ich habe Blutkrebs. Ich habe das irgendwie nicht so richtig ernst genommen." ALL, Akute lymphatische Leukämie, ist nach Angaben des Bundesministeriums für Bildung und Forschung die häufigste Krebserkrankung bei Kindern. Justus' Diagnose wird an einem Montag im Oktober 2020 gestellt. Am folgenden Donnerstag, nur drei Tage nach der Hiobsbotschaft, beginnt sein Kampf gegen den Krebs mit der ersten Chemotherapie. Dem damals 7-Jährigen fallen die Haare aus und er wird monatelang von heftigen allergischen Reaktionen und Entzündungen begleitet.

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Diagnose: Nur noch sechs Wochen zu leben

Es dauert zum Glück nur einige Wochen, dann wird über die deutsche Knochenmarkspenderdatei DKMS ein passender Stammzellenspender für Justus gefunden. Die Blutstammzellen werden transplantiert und die Hoffnung auf eine Heilung steigt. Docht es folgen schlechte Nachrichten: Der Krebs verbreitet sich trotz Stammzellspende schnell weiter. Die Ärzte geben Justus nur noch sechs Wochen zu leben. Sie entlassen ihn und schicken ihn zum Sterben nach Hause. Doch Justus hat andere Pläne: "Als die Ärzte in Hamburg gesagt haben, wir können nichts mehr tun. Da habe ich mir gedacht: No! Wir werden den Krebs besiegen."

Wie durch ein Wunder wird Justus immer fitter

Freunde, Verwandte und Bekannte organisieren für Justus' letzten Tage alles, was sich ein 8-Jähriger nur wünschen kann. Er darf bei der Feuerwehr mitfahren, Star-Wars-Helden treffen, mit einem Bremer DJ auflegen und das Stadion von Werder Bremen besuchen. "Das hat mich richtig stark gemacht", so Justus zu RTL Nord. Offenbar sogar so stark, dass er den Krebs wie durch ein Wunder doch noch besiegt! Er wird plötzlich immer fitter und entgegen aller Prognosen tun die gespendeten Stammzellen doch noch still und heimlich ihre Arbeit. Die Leukämie ist besiegt.

Dank seines Schutzengels kann Justus wieder ein normales Leben führen

Eine Stammzellspende ist für viele Leukämie-Patienten die einzige Chance auf Genesung "und deshalb ist es auch so wichtig, dass sich so viele Menschen wie möglich registrieren", so Justus' Mutter Telja Fänrich. Für Justus ist sein Spender sein absoluter Superheld. Bis er ihn treffen darf, muss sich der 8-Jährige aber noch eineinhalb Jahre gedulden, denn bis dahin läuft die in Deutschland geltende zweijährige Anonymität. "Einerseits soll der Spender oder die Spenderin sich bei einer erneuten Anfrage frei und ohne emotionalen Druck für eine weitere Spende entscheiden können. Andererseits soll der Patient oder die Patientin sich frei von jeglicher Verpflichtung gegenüber dem Spender oder der Spenderin von seiner Krankheit erholen", erklärt Julia Ducardus von der DKMS. Wenn es dann endlich soweit ist und Justus seinen Held treffen kann, hat er einen klaren Plan: "Der hat mir mein Leben gerettet. Dafür möchte ich dem danken."