Pudel lässt Millionen-Betrug auf Mallorca auffliegen

Betrügerin (47) auf freiem Fuß – taucht sie jetzt wieder unter?

Auf Mallorca ist eine Deutsche festgenommen worden, die ihren Tod vorgetäuscht haben soll, um einem Verfahren wegen Unterschlagung zu entgehen.
Auf Mallorca ist eine Deutsche festgenommen worden, die ihren Tod vorgetäuscht haben soll, um einem Verfahren wegen Unterschlagung zu entgehen.
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11. Mai 2021 - 7:18 Uhr

Frau täuschte ihren Tod vor

Eine Deutsche (47) betrügt ihren Arbeitgeber um eine Million Euro und taucht auf Mallorca unter. Ihr früherer Chef will sie vor Gericht bringen und sich das Geld wiederholen. Daraufhin soll die Frau ihren Tod vorgetäuscht haben. Aber sie fliegt auf, weil Fotos von ihrem Riesenpudel sie verraten. Kurz nach ihrer Verhaftung kommt die Frau wieder auf freien Fuß – ein Unding für Arno Meuser, den Anwalt der geschädigten Firma. Er hat laut einem Bericht der "Mallorca-Zeitung" (MZ) erneut einen Haftantrag gestellt. Meuser befürchtet offenbar, dass sie erneut abtaucht.

Verdächtige sollte Verkauf von Solaranlagenfirma auf Mallorca abwickeln

Der Richter habe sich nicht gerade intensiv mit dem Fall beschäftigt, erklärte der Anwalt gegenüber der MZ. Dieser habe nur den Straftatbestand der Urkundenfälschung festgestellt und die 47-Jährige ohne besondere Auflagen gehen lassen. Nicht mal ihren Reisepass habe sie abgeben müssen.

Dabei klingt das, was der 47-Jährigen vorgeworfen wird, durchaus filmreif. Laut Arno Meuser sollte die Deutsche eine Steuerzahlung von einer Million Euro für den Verkauf einer Solaranlagenfirma auf Mallorca abwickeln. Doch sie steckte das Geld in die eigene Tasche.

Betrügerin schickte Doppelgängerin ihrer Chefin zum Gericht

Wegen der Steuerschuld sollte Brigitte D., die Geschäftsführerin der verkauften Firma, vor Gericht. Allerdings leitete die später Totgeglaubte ihr die Vorladung nicht weiter – und schickte im November eine Doppelgängerin ihrer Chefin zum Gericht, die dann an Stelle der Unternehmerin zu einer Bewährungsstrafe verdonnert wurde. Dies sei nur möglich gewesen, weil das Gericht die Identität der Beschuldigten nicht ordnungsgemäß geprüft habe, behauptete der Anwalt.

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Eltern legten gefälschte Sterbeurkunde vor

Brigitte D. erfuhr von der Strafe und zeigte ihre Geschäftspartnerin wegen Betrugs an. Als diese im November zur Verhandlung erscheinen sollte, teilten die Eltern der 47-Jährigen dem Gericht mit, ihre Tochter sei im März in Rostock bei einem Autounfall gestorben. Sie legten sogar eine gefälschte Sterbeurkunde vor – was nach Ansicht von Arno Meuser hätte auffallen müssen: Der Stempel habe nicht mit dem des zuständigen Standesamts übereingestimmt, außerdem habe die offizielle Beglaubigung gefehlt, sagte der Anwalt.

Seltener Riesenpudel führte Detektive auf Mallorca zur Betrügerin

Doch der Schwindel flog auf: Der Ex-Arbeitgeber der Verdächtigen bezweifelte die Angaben, Meuser beauftragte Privatdetektive mit der Spurensuche. Fotos in den sozialen Medien und ein Eintrag in einem Hundesportclub verrieten, dass die 47-Jährige einen Riesenpudel besitzt, der auf Mallorca sehr selten ist. Die Detektive observierten die Gegend um den vermuteten Wohnort der Frau – und schließlich führte ein Mann, der mit einem solchen Hund Gassi ging, die Detektive zum Haus der Deutschen.

Ihr drohen 4 bis 6 Jahre Haft

Am 3. Mai wurde die Deutsche vorübergehend festgenommen und legte laut MZ ein Geständnis ab. Vier Tage später kam sie vor den Haftrichter, der sie sie unter Auflagen wieder freiließ. Der neue Haftantrag soll am Mittwoch verhandelt werden. Falls die 47-Jährige verurteilt wird, drohen ihr vier bis sechs Jahre Haft. Inzwischen ermittelt dem Bericht zufolge auch die deutsche Staatsanwaltschaft. (bst)

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