Jahrelange Stiche lösten schwere Blutarmut aus

Mädchen (†12) stirbt durch Läuse an Herzinfarkt - Eltern wegen fahrlässiger Tötung angeklagt

Kaitlyn Yozviak starb am 26. August 2020
© Facebook

30. September 2020 - 22:22 Uhr

Drei Jahre lang mit Läusen gelebt

Kaitlyn Yozviak aus den USA durfte nur zwölf Jahre alt werden. Das Mädchen mit dem fröhlichen Lächeln starb im August offenbar an den Folgen eines Herzinfarkts, ausgelöst durch jahrelange Anämie (Blutarmut). Und diese, so die Richter im US-Bundesstaat Georgia, sei die Folge von vielen Läusestichen gewesen, die das Kind die letzten drei Jahre über sich ergehen lassen musste. Die Staatsanwaltschaft hat Kaitlyns Eltern nun wegen fahrlässiger Tötung angeklagt. Im Video erklärt Ärztin Barbara Bierther-Hufnagel, wann Läuse gefährlich werden können.

Das ganze Kinderzimmer war voll mit Läusen

Mary Katherine Horton und Joey Yozviak müssen sich außerdem wegen Misshandlung Schutzbefohlener verantworten, so die Richterin Brenda Trammell laut "Daily Mail". In einer gerichtlichen Anhörung soll Kaitlyns Mutter ausgesagt haben, dass die 12-Jährige das letzte Mal etwa eineinhalb Wochen vor ihrem Tod gebadet habe.

Als Ermittler nach dem Tod des Mädchens das Haus betraten, soll es es voll mit dem Ungeziefer gewesen sein: Die Matratzen, Stofftiere und sämtliche Polstermöbel in Kaitlyns Zimmer sollen damit übersät gewesen sein. Die Nachbarn sollen dem Chef-Ermittler Ryan Hilton vom "Georgia Bureau of Investigation" berichtet haben, dass sie die Schülerin zuletzt etwas über zwei Monate vor ihrem Tod draußen gesehen hätten.

Das Kind hat noch zwei Brüder

Mary Katherine Horton
Mary Katherine Horton, die Mutter von dem toten Mädchen.
© Wilkinsons County Sheriff's Office

Das Mädchen hat zwei Brüder, die von anderen Familien adoptiert worden sind – bereits vor Jahren habe es Anzeichen gegeben, dass die Eltern nicht in der Lage seien, sich um ihre Kinder zu kümmern. Als 2008 Kaitlynn geboren wurde und Mary Katherine Horton und Joey Yozviak entschieden, ihr drittes Kind nicht zur Adoption freizugeben, habe das Jugendamt sich anfangs um die Familie gekümmert. Als 2018 die Mitarbeiter festestellen mussten, dass im Haus unsägliche Hygienezustände herrschten, brachten sie das Mädchen bei einer Tante unter. Nach etwa einer Woche kehrte Kaitlynn freiwillig zu ihren Eltern zurück – eine Rückkehr, die das arme Kind nun das Leben kostete.