Racheakt aus Mutterliebe

Mutter tötet pädophilen Nachbarn, der ihren Sohn missbraucht hat

Eine Mutter tötete den Vergewaltiger ihres Sohnes.
Eine Mutter tötete den Vergewaltiger ihres Sohnes.
© iStockphoto, NATHANAEL KIEFER

28. Juli 2021 - 8:46 Uhr

Sarah Sands: „Ich habe getan, was jede Mutter tun würde"

Mit dieser Mutter ist der Beschützerinstinkt durchgegangen. Die Britin Sarah Sands (38) hat ihren pädophilen Nachbarn erstochen, nachdem sie herausfand, dass sich der Mann an ihrem Sohn Bradley vergangen hatte. Der 77-jährige Michael Pleasted wurde tot in seiner Londoner Wohnung gefunden. Im Jahr 2015 wurde die alleinerziehende Fünffach-Mama für diese Straftat verurteilt. Nun erinnert sich die verurteilte Totschlägerin an den Abend, der sie für dreieinhalb Jahre ins Gefängnis befördern sollte.

Michael Pleasted war ein Wiederholungstäter

"Ich habe getan, was jede Mutter tun würde, weil er das meinem Sohn Bradley, meinem kleinen Jungen, angetan hat", erklärt die 38-Jährige im Interview mit der Zeitung "The Sun". Vor sechs Jahren wurde Sarah des Totschlags wegen Kontrollverlusts für schuldig befunden und zu dreieinhalb Jahren hinter Gittern verurteilt. Während ihres Prozesses stellte sich heraus, dass Michael Pleasted bereits 24 Mal wegen Sexualdelikten, die mehr als drei Jahrzehnte zurücklagen, verurteilt wurde.

„Ich bedaure nicht, was ich getan habe“

"Ich hätte mir nie träumen lassen, dass ich dazu fähig sein würde. Ich bin nicht stolz darauf, aber wenigstens weiß ich, dass er niemanden mehr verletzen kann. Ich bin kein schlechter Mensch, aber ich weiß, dass ich etwas Schlechtes getan habe. Ich habe das nie geleugnet und ich wurde bestraft", erklärt die 38-Jährige heute und verspricht, nie wieder zu töten. "Ich sehe mich nicht als Mörderin, aber ich bedaure nicht, was ich getan habe. Ich war eine Mutter, die verzweifelt ihre Kinder beschützen wollte", so Sands weiter.

Sie erinnert sich im Interview an den Moment, der zu dem tödlichen Angriff führte. "Ich erinnere mich, dass ich ein Messer in die Hand nahm und zu Mick ging. Ich wollte ihn dazu überreden, sich schuldig zu bekennen, damit Bradley nicht aussagen muss", sagte sie. "Mick öffnete die Tür und grinste. Er war eingebildet und schroff. Er wollte mir nicht zuhören", erzählt sie. Dann überkam es die Fünffach-Mama: Sie sticht dem 77-Jährigen mit dem Messer in die Stirn. "Ich konnte nicht zulassen, dass noch jemand verletzt wird - jemand musste die Leute beschützen", erklärt Sands und fügt hinzu, dass ihre Warnungen an die Polizei, den Sozialdienst und die Wohnungsbehörde auf taube Ohren stießen. Der pädophile Mann hatte seinen Namen geändert, um seine kriminelle Vergangenheit zu vertuschen und weiterhin "Kinder angreifen" zu können.

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Sarahs Sohn ist nicht das einzige Opfer

Im Jahr 2014 kam half Bradley im Geschäft von Michael Pleasted aus, um sich ein bisschen Geld dazuzuverdienen. Doch bald verlor der damals 12-Jährige das Interesse an dem Job – Wochen später erfährt die Fünffach-Mama, dass Pleasted des Kindesmissbrauchs an zwei 12-Jährigen beschuldigt worden war. Als Bradley das hört, bricht eine Welt für ihn zusammen. Sarah erinnert sich an das Geständnis ihres Sohnes: "Ich fand ihn an den Haaren ziehend, schaukelnd, zitternd und weinend. Er sagte immer wieder: 'Ich hätte es dir vorher sagen sollen - das hätte ihn davon abhalten können, diese jüngeren Jungs zu bekommen'", sagte Sands. "Die Schuldgefühle, ihn nicht beschützt zu haben, überwältigten mich. Da habe ich das Messer genommen und bin zu Mick gegangen", fügt sie hinzu.

Im August 2018 beendet die Mutter ihre Haftstrafe und kehrt endlich zu ihrer Familie zurück. Mit ihrem Buch "Loss of Controll" (zu Deutsch: Kontrollverlust) schließt die Londonerin nun mit diesem dunklen Kapitel ihres Lebens ab. (lkr)