RTL News>Formel 1>

Lewis Hamilton: Mercedes-Misere und George Russell setzen Formel-1-Star zu - und unter Druck

Teamchef Wolff nimmt ihn in Schutz

Mercedes-Misere und Russell setzen Hamilton zu - und unter Druck

 44 Lewis Hamilton GBR, Mercedes-AMG Petronas F1 Team, F1 Grand Prix of Emilia Romagna at Autodromo Enzo e Dino Ferrari on April 24, 2022 in Imola, Italy. Photo by HOCH ZWEI Imola Italy *** 44 Lewis Hamilton GBR, Mercedes AMG Petronas F1 Team , F1 Gr
Nur Rang 13 : Lewis Hamilton hatte in Imola den Helm auf.
www.imago-images.de, IMAGO/HochZwei, IMAGO/HOCH ZWEI

von Martin Armbruster

Im Qualifying in Runde 2 raus, im Sprintrennen chancenlos, im Grand Prix gedemütigt – Lewis Hamilton erlebt in Imola ein historisch schlechtes Formel-1-Wochenende. Sein Teamchef nimmt den Rekordchampion in Schutz. Dabei zeigt sein junger Silberpfeil-Rivale, dass der hoppelnde Mercedes sehr wohl für Punkte gut ist.

Hamilton erlebt ultimative Schmach

Lewis Hamilton versuchte es. Wieder und immer wieder. Runde um Runde. Ohne Erfolg. Der Brite kam beim Grand Prix der Emilia Romagna in seinem Mercedes einfach nicht vorbei an AlphaTauri-Pilot Pierre Gasly. Trotz Windschatten, trotz DRS, trotz Geschwindigkeitsüberschuss. Es ging um Platz 13. Dreizehn! Für ihn, Sir Lewis Hamilton, jahrelang autoritär regierender Formel-1-Kaiser.

Noch schlimmer: In Runde 41 befahl die Rennleitung dem Briten, seinen Erzrivalen Max Verstappen im Red Bull vorbeizulassen. Eine Überrundung. Die ultimative Schmach. Zum letzten Mal war Hamilton dies 2017 in Mexiko passiert, als ihn höhere Mächte zurückwarfen, er aber eh als Weltmeister feststand. In Imola wurde Hamilton letztlich (ohne Gasly zu überholen) aus „eigener Kraft“ 13., verpasste die Punkteränge deutlich.

TV-Tipp: Diese 4 Formel-1-Rennen zeigt RTL 2022 LIVE im Free-TV

VIDEO: Ferrari erlebt heim Heimspiel "blaues Wunder"

"Blaues Wunder im Reich der Roten" Mick enttäuscht - Vettel ne glatte 1

30 weitere Videos

Anzeige:

Empfehlungen unserer Partner

Silberpfeil in Imola "unfahrbar"

Die Blaue Flagge, in der F1 das Signal an die Hinterbänkler, Platz für die Schnellen zu machen, stand am Ende symbolisch für ein in Summe geradezu historisch schlechtes Hamilton-Wochenende. Okay, im Qualifying hatte er Pech mit dem Wetter gehabt, war schon in der zweiten Runde hängen geblieben. Aber dass sowohl im Sprintrennen als auch am Sonntag so gar nix ging bei Hamilton – das tat weh!

Teamchef Toto Wolff nahm seinen Starpiloten nach dem Desaster demonstrativ in Schutz. „Unfahrbar“ sei der Silberpfeil gewesen, sagte der Österreicher. Das große Problem des W13 hatte Wolff im RTL-Interview schon vor dem GP zum wiederholten Male illustriert. Der Bolide hoppelt auf den Geraden so stark, dass er seine Fahrer „zum Osteopathen“ schicken müsse, so Wolff.

Hat die Götterdämmerung begonnen?

So waren in Imola Entschuldigungen angesagt. Nicht nur von Wolff, auch Hamilton sagte sorry. "Wenigstens hat George heute einige Punkte für das Team geholt. Daher entschuldige ich mich bei allen, dass ich es nicht geschafft habe", gab der 37-Jährige kleinlaut zu Protokoll.

Wenigstens ist gut. Der angesprochene George Russell fuhr in Imola mit Glück und Geschick auf einen bemerkenswerten 4. Platz, erweist sich für Mercedes in der Krise als Punktegarant, ist der einzige Fahrer, der bisher jedes (Haupt-)rennen in den Top 5 beendete. In der Fahrer-WM rangiert der 24-Jährige mit 49 Punkten auf Rang 4 – satte 21 Zähler vor dem großen Hamilton.

Hat die Götterdämmerung bei Mercedes begonnen, wie manch einer geunkt hatte, als die Silbernen vergangenen Sommer den als Supertalent gehandelten Russell verpflichteten?

Dieser Inhalt kann nicht angezeigt werden

Es tut uns leid,
bitte versuchen Sie es später noch einmal.

Russell setzt Kapitän Hamilton unter Druck

Wolff sieht das naturgemäß „ganz und gar nicht so“, wie er in der Medienrunde nach dem Rennen betonte. Die Pace seiner Fahrer sei nicht weit auseinander gewesen, erläuterte der Wiener. Hamilton habe Pech gehabt und hinter einem „DRS-Zug“ festgesteckt. Der große Abstand zwischen Russell und dem Rekordsieger der Formel 1 in Imola sei „nicht repräsentativ“.

Auffällig ist es dennoch, wie der junge Russell GP-Wochenende für GP-Wochenende aus dem bescheidenen Mercedes-Paket das Maximum herausholt. Gewiss: Repräsentativ ist das tatsächlich (noch) nicht. Es ist nicht so, dass Hamilton von Russell bisher gebügelt wurde oder völlig chancenlos wäre. Der aufstrebende Engländer betonte (vor Imola) vielmehr, dass sein Landsmann im Team ohne Frage der „Captain“ sei .

Aber: Der Druck auf Hamilton wird zunehmen. Auch in der Formel 1 zählen am Ende nur Ergebnisse. Und auch Kapitäne wurden schon ganz schnell vom Ruder verdrängt. Keiner weiß das besser als Sir Lewis, der 2007 in seiner Premierensaison den zweimaligen Weltmeister Fernando Alonso bei McLaren kaltstellte. Will er die Hosen im Team anbehalten, sollte Hamilton schnell ein Statement setzen. Unterlegenes Material hin oder her – der Vergleich mit dem Stallrivalen lügt irgendwann nicht mehr.