Er machte Busfahrerin das Leben zur Hölle

Dreister Stalker sieht sich als Opfer: "Ich leide auch"

25. September 2021 - 18:24 Uhr

Yvonne wurde jahrelang verfolgt

Was Yvonne K. wegen diesem Mann durchmachen musste, ist unfassbar. Jahrelang hat Michael G. die Busfahrerin verfolgt und ihr das Leben zur Hölle gemacht. Jetzt wurde der Stalker vom Landgericht Zwickau verurteilt. Was das für die Mutter bedeutet, erzählt sie im Video.

Das Stalking begann vor vier Jahren

"Dass du außer Haus gehst und nie weißt, verfolgt er dich? Verfolgt er dich nicht? Du bist abends in deiner Wohnung – schleicht er um dein Haus rum, schleicht er nicht um dein Haus rum?" Gedanken, die Yvonne K. jahrelang durch den Kopf gehen. Sie hat einen Stalker. Immer wieder lauert der Mann der Ehefrau und Mutter auf – verfolgt sie sogar in ihrem Job.

Alles begann vor vier Jahren. Michael G. war Müllwagenfahrer, Yvonne Busfahrerin. Es heißt, die beiden seien sich erstmals durch ihre Arbeit begegnet. Er sei dann immer wieder an Bushaltestellen aufgetaucht, an denen sie anhielt – mit seinem Privat-Pkw. Zu Beginn habe sie geglaubt, das alles sei zufällig. "Aber irgendwann war die Masse dann an Zufällen zu groß", sagt sie. Später seien dann Briefe bei ihr angekommen.

Yvonne zeigte den Mann an, es folgten einstweilige Verfügungen, die der 60-Jährige missachtete. Vor einem Jahr landete der Fall dann vor Gericht: Michael G. wurde zu vier Monaten auf Bewährung verurteilt. Das Stalking hörte auf.

RTL-Reporter Frank Vacik hat mit Stalking-Opfer Yvonne gesprochen.
RTL-Reporter Frank Vacik hat mit Stalking-Opfer Yvonne gesprochen. Sie wurde jahrelang von Michael G. verfolgt.
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RTL-Reporter konfrontiert den Stalker

Jetzt fand erneut eine Anhörung im Landgericht Zwickau statt. RTL-Reporter Frank Vacik hat den Angeklagten auf die Vorwürfe angesprochen. "Sie sehen ja, sie leidet heute noch aktiv darunter", konfrontiert ihn Vacik mit dem, was er Yvonne und ihrer Familie angetan hat. Die unfassbare Antwort des Stalkers: "Ich auch". Das Gericht spricht den Mann schließlich schuldig. Er muss 1.600 Euro Strafe zahlen. Zum Schluss zeigt sich der verurteilte Stalker dann doch noch einsichtig. Auf die Frage, was er nun gelernt habe, entgegnet er: "Ruhe zu halten."

Genau das ist es, was sich Yvonne wünscht: "Er ist jetzt verurteilt worden und ich hoffe, dass jetzt Ruhe reinkommt." Jetzt wolle sie ihr Leben wieder richtig leben. (dky)