François De Keersmaeker, Direktor von "Ärzte der Welt", im RTL-Interview

Lage im Donbass ernst: Hebammen geben weiterhin telefonische Sprechstunden

Hebammen geben weiter telefonische Sprechstunden im Donbass RTL Ukraine Talk
03:11 min
RTL Ukraine Talk
Hebammen geben weiter telefonische Sprechstunden im Donbass

von Vivian Bahlmann und Lena Andro

Die Lage im Osten der Ukraine spitzt sich weiterhin zu: bis vor kurzem waren dort noch Mitarbeitende von „Ärzte der Welt“ im Einsatz. Trotz oder gerade wegen der fatalen Situation vor Ort gibt es vereinzelt noch telefonische Sprechstunden, um die Menschen zu unterstützen.

Darüber und über entstehende Versorgungsengpässe spricht François De Keersmaeker, der Direktor von Ärzte der Welt, im Interview mit RTL-Reporterin Vivian Bahlmann.

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Menschen in der Ostukraine sind in Schockstarre

Auch die Helfenden, die für „Ärzte der Welt“ in der Ostukraine im Einsatz waren, haben, wie alle Menschen dort, erst einmal „einen Moment der Schockstarre erlebt“, so François De Keersmaeker. Er erklärt, dass es den Mitarbeitenden frei gestellt wurde, sich in Sicherheit zu bringen oder vor Ort zu bleiben. Auch die meistens Projekte musste heruntergefahren werden.

Einige Helfenden sind auch im Donbass geblieben, sodass noch drei Krankenhäuser mit Hilfsgütern beliefert werden konnten. „Was auch sehr bemerkenswert ist, ist auch, dass das psychologische Team und auch die Hebammen weiterhin telefonische Sprechstunden gewährleisten und so einen minimalen Halt für die lokalen Strukturen geben“, sagt der Direktor von Ärzte der Welt.

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"Engpässe werden früher oder später sehr, sehr kritisch werden"

Viele Versorgungsrouten in der Ostukraine „sind geschlossen, das heißt man hat keinen Zugang mehr zu Nahrungsmitteln, Basisversorgungsgütern und natürlich auch Medikamenten und medizinischem Material“, so François De Keersmaeker. Früher oder später werden diese Engpässe noch zu größeren Problemen führen, sagt er gegenüber RTL.

Theoretisch sei die Versorgung auch noch möglich in der Ukraine, zumindest gebe es genügend Medikamentenlager und Nahrungsmittel seien auch noch verfügbar. „Die sind aber nicht zugänglich“ schildert der Direktor von Ärzte der Welt das Problem. Aus diesem Grund seien die humanitären Korridore, von denen nun schon öfter die Rede war, unabdingbar, um die Versorgung weiter gewährleisten zu können.

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