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Kripo-Chef Jürgen Schmidt konnte nur einen Fall vor seiner Rente nicht lösen

Mordopfer nach 25 Jahren identifiziert

Kripo-Chef Jürgen Schmidt konnte nur einen Fall vor seiner Rente nicht lösen

Ermittler will Cold Case doch noch lösen Leiche nach 25 Jahren identifiziert
01:24 min
Leiche nach 25 Jahren identifiziert
Ermittler will Cold Case doch noch lösen

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Im Video: Ehemaliger Kripo-Chef über den ungelösten Fall

Der ehemalige Kripo-Chef Jürgen Schmidt arbeitete an 142 Tötungsdelikten mit, bevor er in Rente ging. Nur einen einzigen Fall musste er ungelöst seinen Nachfolgern hinterlassen. 25 Jahre nach dem schrecklichen Fund einer Leiche in Eickhorst (Niedersachsen) konnte das Opfer nun aber identifiziert werden. Was den ehemaligen Chefermittler angetrieben hat, trotz Ruhestand den mysteriösen Fall zu verfolgen, erzählt er im Video.

Ermittler hoffen nun auf neue Zeugen

Am 2. Weihnachtstag 1994 wird in Eickhorst eine Leiche gefunden. In einem gefrorenen Wasserloch auf einer grünen Wiese liegt eine Frau mit zertrümmertem Kopf. Bis zu diesem Tümpel muss sie 40 Meter gezerrt und geschleift worden sein, darauf deuten Kampf- und Blutspuren hin. Ein grausamer Mord, an den sich der pensionierte Kripo-Chef Jürgen Schmidt nur ungern erinnert. Dank einer neuen Spur könnte der Fall doch noch gelöst werden, und die Ermittler hoffen auf neue Zeugen.

Die Identität der toten Frau war lange nicht klar

Weil der Kopf der Ermordeten durch einen harten, spitzen Gegenstand dermaßen zertrümmert war, fiel es den Ermittlern sehr schwer, ein Profil der jungen Dame zu erstellen. Selbst Anthropologen konnten in diesem Fall nicht weiterhelfen. Die wenigen Anhaltspunkte damals: Die Frau muss 28 Jahre alt gewesen sein und vermutlich einen asiatischen Migrationshintergrund haben. Das Essen, das im Magen gefunden wurde, deutet allerdings auf einen arabischen Hintergrund hin. Die Ermittler tappten im Dunkeln.

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Nach 25 Jahren hat die Tote endlich einen Namen

Wie jetzt klar wurde, gibt es seit 2019, also 24 Jahre nach dem Mord an der mysteriösen Unbekannten, eine Spur: Die Ehefrau des Sohns der Vermissten meldete sich bei der Polizei. Sie suchte nach der Mutter ihres Mannes, die verschwunden sein soll, seitdem er sechs Jahre alt ist. Dank seiner DNA gab es einen Treffer in der Datenbank für unbekannte Tote – endlich! Das Abstammungsgutachten führte schließlich zur Tunesierin Zakia Mansour.

Tunesierin Zakia Mansour wollte neues Glück finden

Zakia lebte vor 1994 in Tunesien und kam im Winter desselben Jahres mit dem Flugzeug nach Hannover. Hier wollte sie nach einer gescheiterten Ehe neues Glück finden. Ihren Sohn ließ die junge Mutter bei der Familie in Tunesien zurück und versprach ihm, ihn nachzuholen. Aber dazu kam es nie. Der Aufenthalt dauerte nur zehn bis elf Tage – dann war sie tot.

Wie geht es dem Sohn heute?

Für ihren Sohn müssen es viele Jahre der Ungewissheit sein: Wo ist meine Mama? Und warum meldet sie sich nicht? Nachdem ihm die Nachricht übermittelt wurde, dass seine Mutter tot ist, sei er sehr schockiert gewesen, sagt Frank Bauerfeld, der seit 2010 ermittelt. „Aber mit dem Wissen, dass seine Mutter ihn nicht absichtlich zurückgelassen hat und sich nie wieder gemeldet hat, hat er sich wieder gefangen und kann damit momentan auch ganz gut leben“.

Wird dieser Cold Case jetzt endlich gelöst?

Fahndungsaufruf zu Zakia Mansour
Mit diesem Aufruf erhofft sich die Polizei den entscheidenden Hinweis.
Polizeiinspektion Gifhorn

Mit den neuen Erkenntnissen hofft die Polizei nun, doch noch den brutalen Mörder der jungen Frau zu finden. „Das aktuelle Foto von Zakia haben wir von ihrer Schwester. Es ist wenige Tage vor ihrer Reise nach Deutschland entstanden“, sagt Frank Bauerfeld. Es dürfte das letzte Bild der jungen Frau sein.