Die Eltern wussten Bescheid!

Arzt soll Kindern Kochsalzlösung statt Impfstoff gespritzt haben

 Impfspritze auf Impfausweis
Kinder bekamen ohne ihr Wissen Kochsalz geimpft. (Themenbild)
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Das Gesetz sieht vor, dass alle Kinder beim Eintritt in die Schule oder den Kindergarten die von der Ständigen Impfkommission empfohlenen Masern-Impfungen vorweisen müssen. Das war einem Arzt aus dem Landkreis Gifhorn jedoch wohl vollkommen egal – und den Eltern auch.

Zehn Kinder erhielten lediglich eine Kochsalzlösung

Es ist unbegreiflich: Zwischen April 2020 und Mai 2021 erhalten zehn Kinder eine unwirksame Impfung gegen Mumps, Masern und Röteln. Die Kinder bekamen lediglich eine Kochsalzlösung gespritzt. Nun ermittelt die Staatsanwaltschaft Hildesheim gegen einen 63-jährigen Arzt aus Gifhorn. Auch gegen die Eltern der betroffenen Kinder wird ermittelt. Denn: Alle Eltern haben sich bewusst für die unwirksame Impfung entschieden.

Das war nicht die einzige Straftat des Arztes

Masern-Impfung
Der Arzt aus dem Kreis Gifhorn schwindelte nicht nur bei den Impfungen.
deutsche presse agentur

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Arzt außerdem vor, in 31 Fällen eine Impfung gegen Masern in Impfausweisen bescheinigt, tatsächlich aber nicht vorgenommen zu haben. Und das war noch nicht alles: Dazu kommt, dass er in 32 Fällen sogar ärztliche Leistungen für Impfungen bei den jeweiligen Krankenkassen abgerechnet soll. Diese wurden aber in der Realität nie erbracht.

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Anonymer Hinweis lässt den Arzt auffliegen

Die Ermittlungsbehörden waren durch einen anonymen Hinweis auf das Geschehen aufmerksam geworden. Bei einer Durchsuchung konnten dann umfangreiche Beweismittel sichergestellt werden, die zu dem dringenden Tatverdacht führten. Zum jetzigen Zeitpunkt ist es nicht ausgeschlossen, dass durch diesen Fall weitere ähnliche Taten aufgedeckt würden, so die Staatsanwaltschaft.

Dem 63-jährigen Angeklagten wird nun gemeinschaftliche gefährliche Körperverletzung in zehn Fällen, Ausstellens unrichtiger Gesundheitszeugnisse in 31 Fällen sowie Betrug in 32 Fällen vorgeworfen. Der Beschuldigte hat sich zum Tatvorwurf noch nicht geäußert. (mup)