Damit ihr Baby leben kann

Krebskranke Schwangere entscheidet sich gegen Behandlung

Sarah Milgner entschied sich gegen eine Krebs-Behandlung in der Schwangerschaft.
© Caters News Agency

14. Januar 2021 - 11:28 Uhr

Schockdiagnose Gebärmutterhalskrebs in der 21. Schwangerschaftswoche

Sarah Milner ist in der 21. Schwangerschaftswoche, als ihr die Ärzte die Diagnose Gebärmutterhalskrebs mitteilten. Plötzlich steht die Mutter vor der schwersten Entscheidung ihres Lebens: Um die lebensrettende Krebsbehandlung beginnen zu können, muss sie ihre Schwangerschaft abbrechen. Doch das will Sarah nicht. Sie entscheidet sich stattdessen dafür, ihr Baby so lange auszutragen, bis eine sichere Geburt möglich ist. Nun kämpft die 30-Jährige um ihr Leben.

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"Ich wollte mein Baby unter allen Umständen bekommen"

Momente des Glücks in einer schweren Zeit: Am 1. April erblickt Sarahs Sohn Louis das Licht der Welt. Doch so erfüllend die Geburt des Kleinen für die Britin aus Stoke-on-Trent
auch ist – sie bezahlte dafür einen hohen Preis. Denn während der Schwangerschaft war eine Behandlung ihrer Krebserkrankung nicht möglich. "Als ich die Diagnose hörte, konnte ich nicht fassen, dass mir das wirklich gerade passierte. Es erschien mir einfach nicht real. Ich war am Boden zerstört", erinnert sich die 30-Jährige im Interview mit dem britischen Magazin "Metro". Weil die Ärzte den Krebs, der sich zu diesem Zeitpunkt noch im Stadium I befindet, als besonders aggressiv einstufen, raten sie Sarah zum Schwangerschaftsabbruch. "Aber das wollte ich absolut nicht", erinnert sich die Mutter zweier weiterer Kinder. "Ich wollte mein Baby unter allen Umständen bekommen."

Nachdem Baby Louis im April via Kaiserschnitt zur Welt gekommen ist, unterzieht sich Sarah einer Hysterektomie – einer Entfernung der Gebärmutter – sowie einer Strahlentherapie. "Nach der Geburt sagte man mir, dass sie den Krebs zum größten Teil entfernen konnten und dass ich gute Chancen hatte, bald krebsfrei zu sein", erinnert sich die dreifache Mutter. "Ich war überglücklich. Ich dachte, meine Entscheidung hätte sich ausbezahlt und dass sich für uns alles zum Guten wenden würde." Doch die nächste Hiobsbotschaft lässt nicht lange auf sich warten.

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Sarah schreibt ihren Kindern Karten für zukünftige Geburtstage und Hochzeiten

Sarah mit ihren beiden älteren Kindern, Bobbie und Lily-Grace
Sarah mit ihren beiden älteren Kindern, Bobbie und Lily-Grace
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Die Ärzte entdecken, dass der Krebs bereits in weitere Organe gestreut hat sich nun im Stadium IV befindet. "Sie sagten mir, dass man nichts mehr für mich tun könne", erinnert sich die Britin an die bittere Diagnose. Alle drei Wochen bekommt sie nun lebensverlängernde Behandlungen. "Mit wurde gesagt, ich habe noch etwa zwei Jahre zu leben, aber da der Krebs sehr aggressiv ist, wird es wahrscheinlich weniger sein.

Deshalb hat Sarah begonnen, Vorbereitungen für die Zeit nach ihrem Tod zu treffen - vor allem für ihre Kinder. "Ich möchte meinen Kindern besondere Dinge hinterlassen, wenn ich nicht mehr da bin. Ich schreibe ihnen Geburtstagskarten für die Zukunft und Karten für andere besondere Anlässe, so wie Hochzeiten."

Im Dezember erfüllte sich ein sehnlicher Wunsch für Sarah: Dank einer Sondergenehmigung konnte sie ihrem Liebsten, James, mit dem sie seit drei Jahren zusammen ist, noch das Ja-Wort geben. "Es war eine wirklich schöne, kleine Hochzeit im Standesamt von Stoke. Die Kinder und unsere Eltern waren da und von einem örtlichen Brautmodenladen hatte ich Kleid und einen Schleier bekommen", erzählt sie gegenüber "Metro".