Gesundheitslexikon: Hysterektomie (Gebärmutterentfernung)

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14. Dezember 2016 - 10:27 Uhr

Hysterektomie – eine der häufigsten gynäkologischen Operationen weltweit!

Bei der Hysterektomie, auch Uterusexstirpation genannt, handelt es sich um die Entfernung der Gebärmutter. Diese kann vollständig (Totalexstirpation) oder nur zum Teil, also ohne Gebärmutterhals (subtotale Exstirpation), erfolgen. Unter Umständen müssen auch die Eierstöcke entfernt werden.

Bei dem Eingriff handelt es sich um eine der häufigsten gynäkologischen Eingriffe in der westlichen Welt. Mehr als 150.000 Gebärmutterentfernungen werden in Deutschland pro Jahr durchgeführt. Statistiken belegen, dass in den Vereinigten Staaten sogar bei mehr als einem Drittel der Frauen über 60 Jahren eine Entfernung der Gebärmutter vorgenommen wurde. In den letzten Jahren wurden Stimmen laut, die die häufigen Eingriffe stark kritisierten. Dank alternativer Operations- und Behandlungsverfahren ging die Zahl der Eingriffe daraufhin zurück.

Warum muss eine Hysterektomie durchgeführt werden?

In den meisten Fällen (etwa 90 Prozent) erfolgt eine Hysterektomie aufgrund von Veränderungen der Gebärmutter oder als Folge von gutartigen Erkrankungen. Häufigster Grund der Entfernung des weiblichen Geschlechtsorgans sind Myome. Es handelt sich dabei um Wucherungen aus Muskelzellen, die zumeist gutartig sind. Die Geschwülste werden in der Regel erst alternativ behandelt, werden sie allerdings zu groß, so kann eine Hysterektomie notwendig sein.

Die Gebärmuttersenkung (Descensus uteri) ist ebenso für eine Reihe an Hysterektomien verantwortlich wie eine therapieresistente Endometriose. In beiden Fällen sind die Veränderungen gutartig, die einhergehenden Beschwerden allerdings zumeist beträchtlich.

Nur etwa zehn Prozent der betroffenen Frauen müssen aufgrund einer bösartigen Erkrankung wie Gebärmutterhalskrebs operiert werden und auch die Zahl der Hysterektomien im Zuge von geburtshilflichen Notfällen ist klein.

Welche Verfahren werden angewendet?

Die Wahl des Operationsverfahrens richtet sich nach der individuellen Situation der Patientin, der Art der Erkrankung und der Expertise des Chirurgen.

Weltweit am weitesten verbreitet ist die abdominale Hysterektomie. Die Operation wird mittels Bauchschnitt durchgeführt, dementsprechend lang dauert die Genesungszeit. Weit weniger belastend für die Patientin ist die vaginale Hysterektomie, die in Deutschland am häufigsten durchgeführt wird. Die Entfernung der Gebärmutter erfolgt dabei über die Scheide. Zunehmend an Bedeutung gewinnt die laparoskopische Hysterektomie (Schlüssellochverfahren), die nur kleine Wunden in der Bauchregion hinterlässt.

Mögliche Komplikationen bei der Gebärmutterentfernung sind starke Blutungen, Verletzungen der Nachbarorgane, eine eingeschränkte Harnblasenfunktion, Infektionen oder Narbenbildung.

Wichtige Aspekte der Hysterektomie

Vor der geplanten Untersuchung ist ein ausführliches Gespräch zwischen dem Arzt und der Patientin erforderlich. Die Gebärmutterentfernung kann nämlich nicht nur für ein Ende etwaiger Beschwerden sorgen, sondern zieht auch den Ausschluss einer späteren Schwangerschaft mit sich. Besteht ein Kinderwunsch, so können eventuell alternative Methoden in Betracht gezogen werden. Myome etwa können auch einzeln operativ entfernt werden.

Die Uterusexstirpation kann für Patientinnen eine deutliche Verbesserung der Lebensqualität bedeuten, bei Krebserkrankungen sogar lebensrettend sein. Dennoch begleiten die meisten Patientinnen Ängste beim Gedanken an die Operation oder sie erfahren danach eine Veränderung des Selbstbildes. Aufgrund des Ausbleibens der Regelblutung, sexueller Unlust oder des Auftretens von Wechseljahresbeschwerden (wenn die Eierstöcke ebenfalls entfernt wurden) können die betroffenen Frauen große Trauer bis hin zu Depressionen erfahren. Unter Umständen kann deswegen eine psychologische Beratung sinnvoll sein.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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