Gesundheitsminister warnt vor deutlicher Zunahme der Corona-Fälle

Spahn: Inzidenz von über 800 im Oktober möglich

22. Juli 2021 - 8:52 Uhr

Spahn im Video: Diese Inzidenzwerte drohen im September und Oktober

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) warnt die Bevölkerung angesichts steigender Corona-Zahlen, Schutzmaßnahmen nicht zu vernachlässigen. Eine Inzidenz von über 800 könnte im Oktober schon überschritten werden.

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"Jetzt im Juli wird entschieden, wie die Situation im Herbst sein wird"

Vor einem drastischen Anstieg der Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland warnt Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU). Im September schon könne die Marke von 400 und im Oktober die von 800 überschritten werden, wenn sich die derzeitige Entwicklung fortsetze, sagte Spahn am Mittwoch in Berlin. Man habe derzeit schon eine sehr schnelle Steigerung der Infektionszahlen. Alle miteinander müssten sich die Frage stellen, "wollen wir das passieren lassen?" Angesichts der Infektionslage verlängerte die Bundesregierung die bestehenden Corona-Regeln für Einreisende bis zum 10. September.

Das Robert-Koch-Institut hatte am Mittwoch die Sieben-Tage-Inzidenz mit 11,4 beziffert, nach 10,9 am Dienstag. Der sogenannte R-Wert, der angibt, wie viele andere Menschen eine Infizierte oder ein Infizierter im Schnitt ansteckt, liege über dem kritischen Wert von eins, sagte Spahn: "Jetzt im Juli wird entschieden, wie die Situation im Herbst sein wird." Man müsse alles tun, um die Zahlen möglichst niedrig zu halten, etwa durch eine konsequente Nutzung der Schutzmasken.

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Bundesgesundheitsminister zu steigenden Inzidenzen: Es scheine so zu sein, dass "200 das neue 50 ist"

Mit den Ländern müsse beraten werden, ab welchen Inzidenz-Werten neue Beschränkungen greifen müssten. Spahn verwies darauf, dass man nicht auf die alten Grenzwerte zurückgreifen könne, weil durch die höhere Impfquote etwa die Zahl der Hospitalisierungen und Corona-Patienten auf Intensivstationen geringer sei als früher. Es scheine so zu sein, dass "200 das neue 50 ist", sagte er zu früheren Grenzwerten für Corona-Beschränkungen. Man dürfe aber nicht solange warten, bis hohe Zahlen wieder erreicht seien.

Mit Blick auf die Schulöffnungen nach den Sommerferien wies Spahn darauf hin, wie wichtig es sei, Schulen und Kitas in einem Umfeld niedriger Ansteckungen zu öffnen. Er rief dazu auf, die bekannten Maßnahmen einzuhalten. "Es geht darum, Maske im Innenraum tragen. Sich regelmäßig testen lassen. Wenn man noch nicht geimpft ist, sich impfen lassen", sagte er. "Wir entscheiden jetzt, jetzt in diesen Tagen des Julis darüber, wie September, Oktober, November werden." (dpa/Reuters/lwe)

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