Diese Tipps helfen

Koprophagie - was tun, wenn mein Hund Kot frisst?

Beim Gassi gehen kurz nicht aufgepasst und schon hat ihr Hund Kot im Maul. Was jetzt?
Beim Gassi gehen kurz nicht aufgepasst und schon hat ihr Hund Kot im Maul. Was jetzt?
© dpa, Nicolas Armer, nar sab

05. August 2021 - 8:56 Uhr

Ekliger Krankheitsübertrager

Huch, was hat mein Hund denn da im Maul? Ist das etwa…Kot?! Diese Situation kennen sicherlich viele Hundehalter. Zwar kann man Kotfressen – in der Fachsprache Koprophagie genannt – bei vielen Hunden beobachten, aber als natürlich sollte man es dennoch nicht hinnehmen. Denn es ist nicht nur ziemlich eklig, durch den Kot können Krankheiten auf ihren Hund und im schlimmsten Fall sogar durch Ablecken auf Sie übertragen werden.

Hunde finden Kot appetitlich

Hunde finden Kot hingegen gar nicht eklig - im Gegenteil. Durch die flüchtigen Fettsäuren im Hundekot riecht er für die Vierbeiner sogar regelrecht appetitlich. Deswegen ist es auch so schwer, das Kotfressen abzugewöhnen, ist es erst einmal zur Gewohnheit geworden.

Bei Welpen ist das Verhalten ganz natürlich. Sie müssen ihre Umgebung erst noch kennenlernen und finden grundsätzlich alles interessant und spannend. Und dazu zählt leider auch: Kot. Dadurch, dass sie Dinge beschnuppern oder eben in den Mund nehmen, finden sie raus, was essbar ist und was nicht.

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Allerdings sollte dieser Trieb nach dem ersten Jahr aufhören und Dinge wie Kot oder Müll nicht mehr so spannend sein, dass sie von den jungen Hunden gegessen werden. Aber was steckt dahinter, wenn mein ausgewachsener Hund noch immer beim Gassi gehen Kot schlemmt?

Wann ein Trip zum Tierarzt fällig wird

In diesem Fall sollten Sie einen Tierarzt zu Rate ziehen. Denn das Kotfressen kann auch ein Hinweis auf eine Unterversorgung mit Nährstoffen sein, wie zum Beispiel Vitamine und Mineralien. Außerdem könnte eine ernsthafte Krankheit dahinter stecken. Ein Parasitenbefall, Leber- oder Darmerkrankung oder eine Unterfunktion der Bauchspeicheldrüse sind übliche Krankheitsbilder.

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Ein weiteres Anzeichen für eine dieser Krankheiten ist auch, wenn ihr Hund zusätzlich an Gewicht verliert. Spätestens dann wird es höchste Zeit, sich auf den Weg zur Tierarztpraxis zu machen. Durch eine sogenannte parasitologische Kotuntersuchung und spezielle Tests zur Funktion der Bauchspeicheldrüse kann der Arzt überprüfen, ob mit ihrem Hund alles in Ordnung ist.

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Ausgewogene Ernährung ist wichtig

In Absprache mit ihrem Tierarzt sollten Sie darauf achten, dass ihr Hund alle Nährstoffe bekommt, die er benötigt. Außerdem sollte auf hochwertiges und abwechslungsreiches Futter geachtet werden. Ein weiterer Tipp: Geben Sie ihrem Hund vor einem Spaziergang ein Leckerli auf stinkendem Käse, Pansen oder Trockenfisch – so wirkt der stinkende Kot auf der Straße weniger verlockend.

Kotfressen kann auch andere Gründe haben

Wenn das Kotfressen jedoch keine medizinischen Gründe hat und eine Krankheit sicher ausgeschlossen werden kann, kann es auch eine Verhaltensstörung sein. Stress, mangelnde Hygiene, zu wenig Auslauf und Langeweile – mit dem Kotfressen will ihr Hund ihnen mitteilen, dass es ihm nicht gut geht.

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Beispiel Hygienemangel: Wenn ihr Hund dauerhaft in einer dreckigen Umgebung gehalten wird, etwa in einem Zwinger, dann leidet er sehr darunter. Durch das Kotfressen will er die Umgebung sauber machen und so auf sein Hygienebedürfnis aufmerksam machen. Auch, wenn es sicherlich keine Absicht ist, sollten Sie sich fragen, ob sie irgendein Bedürfnis ihres Hundes vernachlässigen, wenn er zum Kotfressen neigt.

Es ist passiert - was ist jetzt zu tun?

Manchmal hilft jegliche Vorsorge nicht. Sie waren vielleicht einen Augenblick unaufmerksam und schon hat ihr Hund wieder zugeschlagen. Das ist zwar kein Weltuntergang, dennoch sollten Sie nach dem Spaziergang auf ein paar Hygiene-Tipps achten.

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Mit Shampoo sollten Sie die Schnauze und das umliegende Fell ihres Hundes gründlich reinigen und auch Zähneputzen kann üble Gerüche und Bakterien vertreiben. Wenn Sie ihrem Hund jetzt noch einen Apfel oder einen anderen natürlichen Snack zum Kauen geben, um auch die Zahnzwischenräume zu säubern, dann machen Sie alles richtig. (ksp)