So laufen die illegalen Geschäfte der Dokumenten Dealer

Kommt man in Polen an gefälschte Corona-Tests? RTL-Reporterin Alexandra Callenius versucht es

08. April 2021 - 9:58 Uhr

Dubiose Angebote bei Facebook und Telegram

Das illegale Geschäft mit gefälschten Corona-Tests boomt. RTL-Reporterin Alexandra Callenius sucht im Internet nach Angeboten – und wird schnell fündig: nicht nur im dubiosen Darknet, sondern auch auf Facebook und Telegram! Ein großer Markt ist Osteuropa, besonders Polen und Russland. Dort werden sowohl gefälschte Negativ-Tests als auch gefälschte Impfnachweise angeboten. Preise: zwischen 25 und 60 Euro. Unsere Reporterin bestellt bei einem Händler drei negative Testergebnisse – datiert auf unterschiedliche Tage.

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Händler übergibt gefälschte Corona-Test-Dokumente um Mitternacht

Die meisten Verkäufer verlangen Bezahlung per Bitcoin oder anderen Kryptowährungen. In diesem Fall vereinbart der Händler allerdings ein persönliches Treffen zur Geld- und Dokumentenübergabe: In Warschau, am 29. März um kurz vor Mitternacht.

Reporterin Alexandra Callenius reist nachts durch Warschau.
RTL-Reporterin Alexandra Callenius reist nachts durch Warschau.
© RTL

Zur verabredeten Zeit erscheint ein junger Mann, der wie ein Student aussieht. Er ist freundlich und übergibt der RTL-Reporterin einen Umschlag mit den gefälschten Papieren. Die Dokumente wirken echt und sind mit Laboranschrift und Stempel versehen. Der Preis dafür beträgt 80 Euro.

"Und ich kann damit auch durch Europa reisen?", fragt Alexandra Callenius. Der Händler bestätigt das. "Es hat noch nie Probleme gegeben! Es gibt Leute aus Norwegen, Dänemark, Deutschland, Frankreich…die das gemacht haben", erklärt er. Er könne auch gefälschte Impfdokumente "klarmachen", bestätigt er auf Nachfrage der Reporterin.

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Der gefälschte Corona-Test.
Das gefälschte Dokument macht einen professionellen Eindruck. Lediglich die handschriftlichen Angaben mit Namen und Reisepassnummer fallen auf.
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Reporterin vernichtet die gefälschten Corona-Test vor der Einreise

Unsere Reporterin vernichtet die Dokumente. Ob Sie bei der Grenzkontrolle aufgeflogen wäre, wissen wir nicht. Wenn der Fälscher Recht hat, werden solche gefälschten Nachweise regelmäßig verwendet. Auf diese Weise könnten auch Corona-Viren einreisen.

Bundespolizei Berlin
Jens Schobranski, Sprecher der Bundespolizeidirektion Berlin.
© RTL

Polizei bestätigt, dass gefälschte Corona-Test-Dokumente im Umlauf sind

Die Bundespolizei bestätigt uns im Interview, dass sie immer wieder an der Grenzen auf gefälschte Tests stößt. Wie sie sie erkennt, will sie nicht verraten, aber Jens Schobranski von der Bundespolizei Berlin erklärt: "Unsere Mitarbeiter kennen das Phänomen". Gefälschte Zertifikate würden "mit einem geschulten Auge herausgefiltert".

Schobranski betont, dass es sich um Straftaten handelt, die mit Geld- oder Freiheitsstrafen geahndet werden können. Es handelt sich nicht um ein "Kavaliersdelikt".