Kommt nun die Trendwende bei der Union?

Laschet kann noch gewinnen - aber er wird nicht wie ein Sieger aussehen

Kann Armin Laschet das Ruder noch herumreißen?
Kann Armin Laschet das Ruder noch herumreißen?
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15. September 2021 - 12:48 Uhr

Ein Kommentar von Nikolaus Blome

Die Trendwende in einer Umfrage lässt CDU/CSU hoffen. Aber die eigenen Ziele sind jammervoll klein geworden.

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Es geht nur noch darum, die SPD auf den letzten Metern zu überholen

Bei der letzten Bundestagswahl erreichten CDU/CSU 33 Prozent und wollten mindestens das auch 2021 schaffen. Warum? Tatsächlich können CDU/CSU nur bei ungefähr 33 Prozent sicher sein, dass man OHNE sie keine Koalition mit regierungsfähiger Mehrheit bilden kann – also Armin Laschet geradezu zwangsläufig Kanzler würde.

Von diesem 33-Prozent-Ziel hat sich die Partei inzwischen verabschiedet, die Brötchen sind klein geworden, sehr klein. Jetzt geht es nur noch darum, die SPD auf den letzten Metern zu überholen, dazu müssen CDU/CSU auf einen Wert um die 25 Prozent kommen – und vor die SPD. Nur der Platz 1 kann der ansonsten vermutlich bös' gerupften Union von CDU/CSU noch das Argument liefern, am Wahlabend die Regierungsbildung für sich zu beanspruchen.

Schwankungsbreite kann Laschet Hoffnung machen

Diese 25 Prozent sind möglich. Das erste Mal seit mehreren Wochen geht es in den Umfragen wieder nach oben für CDU/CSU, der Abwärtstrend scheint gedreht. Geht es in der nächsten Woche zwei weitere Prozentpunkte rauf für CDU/CSU und zugleich zwei Prozentpunkte runter für die bislang stabile SPD – dann wäre schon Gleichstand erreicht. Solche Schwankungen sind in diesem Wahlkampf nicht ungewöhnlich. CDU/CSU standen schon einmal bei knapp 30 Prozent, die SPD lange bei 15 Prozent.

Diese Schwankungsbreite kann Armin Laschet Hoffnung machen, zumal der SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz zum ersten Mal im Wahlkampf wirklich unter Druck kommt und Nerven zu zeigen beginnt. Scholz geht als Favorit in die letzte Runde, aber unschlagbar ist er keineswegs.

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Armin Laschet und seine Partei schöpfen also Hoffnung, holen neuen Schwung. Aber eben auf jammervoll niedrigem Niveau – und mit drastisch gekappten Zielen. Der Preis, den Laschet und seine Partei bei der Aufholjagd zahlen, ist hoch: Um die CDU/CSU-Stammwähler wirklich zu mobilisieren und an die Urne zu treiben, hat Armin Laschet auf einen lupenreinen "Anti"-Wahlkampf geschaltet. Gegen die SPD. Gegen Olaf Scholz. Und vor allem gegen eine Linksregierung von SPD, Grünen und Linkspartei. Das dürfte bei der (alten) Stammwählerschaft von CDU/CSU immer noch funktionieren - nicht aber jenen Wählergruppen, die Angela Merkel in der Mitte der Gesellschaft an sich gebunden hatte.

Heißt unter dem Strich: Um seine Kanzler-Aussichten im direkten Wettkampf mit dem SPD-Kanzlerkandidaten Olaf Scholz zu retten, macht Armin Laschet seine Partei kleiner, als sie ist. Er kann zwar noch gewinnen. Aber wie ein Sieger wird er wohl in keinem Fall aussehen.

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