2017 M11 14 - 11:42 Uhr

Gesundes steuerfrei, Ungesundem hohe Steuer verpassen?

Eine höhere Besteuerung von ungesunden Lebensmitteln könnte helfen, die Zunahme von starkem Übergewicht in Deutschland zu stoppen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Hamburger Ökonomen Tobias Effertz. Gesunde Produkte wie Obst und Gemüse sollten mit null Prozent, Lebensmittel wie Nudeln, Milch oder Fleisch weiterhin mit sieben Prozent und besonders zuckerhaltige oder fettige Produkte mit mindestens 19 Prozent besteuert werden, so seine Empfehlung.

Scheitert eine gesunde Lebensweise schon am Preis?

Der Studie zufolge, die unter anderem von der Deutschen Adipositas-Gesellschaft und der Deutschen Diabetes-Gesellschaft in Auftrag gegeben wurde, wäre eine Staffelung der Mehrwertsteuer, die sich an der sogenannten Lebensmittelampel orientiert, besonders wirksam. Dies würde nach Meinung der Forscher dazu führen, dass der Anteil stark übergewichtiger Menschen um zehn Prozent sinkt, statt weiter zu steigen. Was halten sie von der Empfehlung? Stimmen Sie jetzt ab!

Nach Angaben des Robert Koch-Instituts ist inzwischen jeder vierte bis fünfte Deutsche stark übergewichtig. Eine besonders starke Zunahme bei der Zahl der Fettleibigen gab es unter jungen Menschen zwischen 18 und 29 Jahren. Starkes Übergewicht erhöht das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und Krebs.

Im Ausland wurde die höhere Besteuerung bereits realisiert

Die Idee einer stärkeren Regulierung der Lebensmittelpreise ist nicht neu. Bereits im vergangenen Jahr hatte die Verbraucherorganisation Foodwatch eine Zucker-Abgabe für Getränkehersteller gefordert. Die Idee stieß auf ein geteiltes Echo. Während die Branche und das Bundesernährungsministerium ablehnend reagierten, begrüßten Gesundheitspolitiker aus den Reihen der Regierungskoalition den Vorschlag.

Im Ausland ist man bereits weiter: Frankreich erhebt seit 2012 eine Steuer auf gesüßte Getränke. In Großbritannien müssen Getränkehersteller ab April 2018 eine Zucker-Abgabe zahlen.