Das sagt der Gynäkologe

Können schwere Monatsblutungen auf Krebs hindeuten?

Sollte man einen Arzt aufsuchen, wenn die Periode zu stark ist?
Sollte man einen Arzt aufsuchen, wenn die Periode zu stark ist?
© Artemenko_Daria

16. Juni 2021 - 16:31 Uhr

Vaginale Blutungen sollten stets ernst genommen werden

Einmal im Monat die Periode zu bekommen, ist für die meisten Frauen wahrlich nichts Außergewöhnliches. Manche jedoch empfinden sie besonders schmerzintensiv. Und den allerwenigsten sind die Anzeichen gynäkologischer Erkrankungen bewusst.

Leiden Sie beispielsweise an unregelmäßigen, vaginalen Blutungen? Dann könnte das ein maßgebliches Gesundheitsproblem darstellen und sollte dringend von einem Arzt untersucht werden. Denn: Es könnte sogar ein Warnzeichen für eine Krebserkrankung sein, wie auch der Düsseldorfer Arzt Dr. Markos Botsaris bestätigt.

Studie aus Großbritannien offenbart Unwissenheit

Eine neue Studie aus Großbritannien zeigt, dass es viele Frauen gibt, die die Warnzeichen für eine mögliche Krebserkrankung nicht ernst nehmen, wenn nicht sogar ignorieren. An der Untersuchung waren britische Unternehmen wie "Always", "Always Discreet", "Tesco" sowie die national führende Wohltätigkeitsorganisation, die sich mit den fünf gynäkologischen Krebsarten beschäftigt, "The Eve Appeal", beteiligt. Dies geht aus einem Bericht der britischen Zeitung "Metro" hervor.

Für ihre Kampagne "Know Your Normal" wurden insgesamt Daten von über 2.000 Erwachsenen ausgewertet und die Ergebnisse sind erschreckend: Weniger als die Hälfte der befragten Britinnen weiß darüber Bescheid, dass starke Regelblutungen ein Zeichen für Krebs sein können.

Aber kann man das wirklich so pauschal sagen?

Diese Arten von Blutungen gilt es besser NICHT zu ignorieren

Eine junge Frau liegt am 07.08.2011 in Berlin mit einer Wärmflasche auf dem Bauch auf einem Sofa.
Veränderungen während des Zyklus' sollten nicht auf die leichte Schulter genommen werden.
© picture alliance / dpa Themendie, Mascha Brichta

Ja, das stimmt. Wenn Sie solche Unregelmäßigkeiten und Veränderungen während der Menstruation bemerken, sollten Sie diese nicht einfach ignorieren und lange zögern, sondern schnellstmöglichst einen Arzt – am besten einen Gynäkologen – aufsuchen. Denn: Sie können Warnsymptome für Gebärmutter-, Gebärmutterhals- und Scheidenkrebs sein.

Dabei gibt es verschiedene vaginale Blutungen, die als "abnormal" gelten und auf die Sie Acht geben sollten:

RTL.de empfiehlt

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  • Blutungen, die viel stärker und schmerzhafter sind sowie länger andauern als sonst
  • Blutungen zwischen den jeweiligen Monatsblutungen (häufige Zwischenblutungen)
  • Blutungen nach dem Sex
  • Blutungen nach der Monatspause

Dass Sie zusätzlich einmal im Jahr zur gynäkologischen Vorsorge gehen sollten, liegt auf der Hand. Auch der Düsseldorfer Gynäkologe Dr. Markos Botsaris meint: "Blutungsstörungen sollte man ernst nehmen. Wenn sich Blutungsmuster ändern, kann das als Alarmzeichen gesehen werden." Als besonders verdächtigt stuft der Arzt die Blutungen nach der Menopause ein sowie die sogenannten Kontaktblutungen, die nach dem Geschlechtsverkehr auftreten können. Denn besonders diese seien "sehr auffällig und höchst verdächtig in Bezug auf Gebärmutterhalskrebs."

Lese-Tipp: Farbe der Periode: Was das Menstruationsblut über unsere Gesundheit verrät

Keine Angst: Nicht immer steckt direkt eine Krebserkrankung dahinter

Natürlich sollen Sie nicht gleich in Panik verfallen und denken, Sie seien an Krebs erkrankt, sobald Ihre Blutung einmal aus der Reihe tanzt. Oft stecken auch "gute" Erkrankungen dahinter, wie zum Beispiel Schleimpolypen oder Myome, sagt Dr. Botsaris. Trotzdem gilt auch hier: Selbst gutartige Veränderungen sollten kontrolliert werden. Wenn zumindest einmal vom Arzt nachgeschaut und untersucht wird, lässt sich Bösartiges ausschließen und harmlosere Beschwerden können gegebenenfalls medikamentös behandelt werden.

Also: Scheuen Sie nicht den Weg zum Frauenarzt und klären Sie mögliche vaginale Erkrankungen am besten immer so schnell wie möglich ab. (vdü)

Lese-Tipp: Kann die Corona-Impfung den weiblichen Zyklus beeinflussen?

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