Hell-, dunkel- oder mittelrot?

Farbe der Periode: Was das Menstruationsblut über unsere Gesundheit verrät

25. Mai 2019 - 10:40 Uhr

Unsere Regelblutung kann mehr als Bauchkrämpfe und Stimmungsschwankungen

Jeden Monat quälen Frauen sich durch eine Zeit voller Bauchkrämpfe, Stimmungsschwankungen, Pickel und jeder Menge Tampons, Binden oder Menstruationstassen. Die monatliche Menstruation ist nicht immer ganz einfach. Doch sollten wir sie grundsätzlich mehr zu schätzen wissen, denn die Farbe des Periodenbluts sagt uns einiges über unsere Gesundheit.

Unterschied zwischen Menstruationsblut und "normalem" Blut

Jede Frau weiß, dass Menstruationsblut anders aussieht als das "normale" Blut, welches zum Beispiel nach einem Schnitt in den Finger austritt. Unsere Regelblutung besteht etwa zur Hälfte aus "normalem" Blut und die andere Hälfte der Flüssigkeit besteht aus Vaginalsekret, abgestoßener Gebärmutterschleimhaut und der unbefruchteten Eizelle. Genau aus diesem Grund sieht das Menstruationsblut anders aus.

Gründe für eine dunkle Regelblutung

Ist es dunkler oder heller, kann das für einen veränderten Hormonspiegel sprechen. Dunkelrote Farbe und Dickflüssigkeit sind Anzeichen für einen erhöhten Östrogenspiegel. Ein erhöhter Östrogenspiegel kann auf Funktionsstörungen von Leber oder Nieren oder eine Tumorerkrankung hindeuten. Dieser Hormonüberschuss sorgt dafür, dass die Gebärmutter eine dicke Schleimhaut aufbaut, die während der Periode durch eher starke Blutungen mit dunkler Färbung abgestoßen wird. Dies kann speziell in der letzten Phase vor den Wechseljahren vorkommen.

Auch innerhalb der Gebärmutter wachsende gutartige Tumore – sogenannte Myome – können Auslöser für dunkelrotes Periodenblut sein.

Allerdings sind auch Schmierblutungen oft dunkel. Das hängt damit zusammen, dass es sich um bereits geronnenes Blut handelt, welches sehr langsam aus dem Körper heraustritt und daher nicht mehr richtig rot ist.

Bei mittelroter Farbe ist alles in Ordnung

Eine mittelrote Monatsblutung ist ein Zeichen dafür, dass alles in Ordnung ist. Ein sattes mittelrotes Blut hält meist nur einige Tage an. Zum Ende der Periode kann es wieder dunkler werden.

Aus diesem Grund kann die Monatsblutung hellrot oder rosa sein

Eine hellrote oder rosafarbene Blutung weist hingegen auf einen zu niedrigen Östrogenspiegel hin, was zu dem Ausbleiben des Zyklus führen kann und im schlimmsten Fall zur Unfruchtbarkeit führt Dieser kann durch eine Diät oder übermäßigen Alkoholkonsum verursacht werden.

Wenn die Regelblutung dauerhaft rosafarben oder pinkfarben ist, könnte das Risiko an Osteoporose zu erkranken, erhöht sein. Auch Frauen, die am PCO-Syndrom leiden, haben häufig eine rosafarbene Regelblutung. In diesem Fall sollten Sie sich zur Sicherheit einmal von ihrem Gynäkologen untersuchen lassen.

Blutklumpen während der Periode

Blutklumpen können während der Regelblutung auftreten. Auch wenn diese Klumpen zunächst gruselig aussehen, besteht nicht direkt Grund zur Sorge. Gerade Frauen, die eine starke Periode haben, finden häufig geleeartige Klumpen oder Stückchen in ihrer Blutung.

Während einer starken Monatsblutung wird das Menstruationsblut zu schnell ausgeschieden: In diesem Fall können die Antikoagulationsstoffe, welche sonst die Gebärmutterschleimhaut und das dickflüssige Blut auflösen und verdünnen, nicht schnell genug arbeiten. So wird das Regelblut klumpig ausgeschieden.

Auch Größe und Form der ausgeschiedenen Klumpen können variieren. In einigen Fällen sieht die Regelblutung aus wie kleine ausgeschiedene Hautfetzen, dabei handelt es sich auch "nur" um Gebärmutterschleimhaut.

Rot-graue Monatsblutung

In seltenen Fällen kann die Regelblutung auch rot-grau gefärbt sein. In den meisten Fällen leidet die Frau an einer Geschlechtskrankheit. Eine rot-graue Regelblutung kommt oft in Verbindung mit Jucken, Brennen und einem unangenehmen Vaginalgeruch zusammen. In diesem Fall sollten Sie dringend Ihren Frauenarzt aufsuchen.

Stress kann einen verkürzten Zyklus auslösen

Auch die Länge des Zyklus kann Aufschluss über Ihren Gesundheitszustand geben. Normalerweise sollten 21 bis 35 Tage zwischen zwei Regelblutungen liegen. Verkürzt sich der Zeitraum, können Stress, ein zu früher Eisprung oder eine zu geringe Produktion von Progesteron ausschlaggebend sein.

Das Gelbkörperhormon Progesteron sorgt unter anderem für eine optimale Vorbereitung der Gebärmutterschleimhaut auf die Einnistung eines befruchteten Eis. Bekommen Sie Ihre Periode nur alle 35 Tage, ist das ein Zeichen dafür, dass kein Einsprung stattfindet. Auch bei jungen Mädchen oder Frauen, die zu wenig essen, kann sich der Zyklus verlängern.

Auch wenn die monatliche Periode eher als lästige Nebenerscheinung mit Schmerzen und Emotionschaos empfunden wird: Es lohnt sich, ruhig mal genauer hinzusehen und die Zeichen des eigenen Körpers als Spiegel der Gesundheit wahrzunehmen.

Apps und Notizen können helfen

Eine kleine Hilfestellung, um Unregelmäßigkeiten festzuhalten, können Handy-Apps oder ein kleines Notizbuch sein. Kommt Ihnen etwas komisch vor, können genau vermerkte Details dem Frauenarzt dabei helfen, eine genauere Diagnose zu erstellen. Scheuen Sie sich nicht davor, offen über Ihre Monatsblutung zu sprechen. Jede Frau bekommt ihre Monatsblutung und kann sich in den meisten Fällen mit Ihren Unsicherheiten identifizieren.